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Bitterfeld-Wolfen, 21. August 1012, Von der AG zur GmbH bis hin zur Unternehmensbezeichnung Sovello i. L. (in Liquidation). Wie das insolvente Photovoltaik-Unternehmen mitteilt, steht die Produktion von Solarmodulen ab dem 27. August vorerst still. Noch ist Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas F. Flöther auf der Suche nach Investoren, die denn Fortbestand des Unternehmens sichern sollen. Dabei sagt der Zusatz i. L. am Ende von Sovello nichts anderes, als dass Vermögensgegenstände mit dem Ziel veräußert werden sollen, das darin gebundene Kapital in Bargeld oder andere leicht in Bargeld umtauschbare - sprich in liquide - Mittel umzuwandeln. Das Ziel einer Liquidation ist definitiv die Beendigung einer Gesellschaft. Wird das Unternehmen nun zerschlagen?

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Am heutigen Tag sollen die Beschäftigten von Sovello durch den Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther auf einer Belegschaftsversammlung über den weiteren Verlauf bzw. über die prikäre Situation des Unternehmens informiert werden. Über 1.000 Beschäftigte erhalten ihre Kündigung. Infolge des Insolvenzverfahrens waren die Umsätze in den vergangenen Wochen weiter stark zurückgegangen. Ein großer Teil der Mitarbeiter muss deshalb zum 31. August gehen. Schon im Juli wurden 500 Beschäftigte entlassen (Wir berichteten: Sovello - Insolvenzverwalter "Es steht Spitz auf Knopf"). Ob die gekündigten Mitarbeiter bei einer Weiterführung des Unternehmens durch einen Investor wieder eingestellt werden, kann keiner garantieren, denn es kann keine spezielle Vereinbarung getroffen werden.

Flöther hatte seit seiner Bestellung vor drei Wochen bis zuletzt versucht, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. „Die Liquiditätssituation des Unternehmens war aber bereits bei Insolvenzeröffnung so zerrüttet, dass kaum noch Spielraum blieb“, beschrieb Flöther heute die Situation. „Es führt deshalb kein Weg daran vorbei, die Produktion vorerst einzustellen. Zugleich werde ich aber den Investorenprozess fortsetzen, um ggf. das Unternehmen doch noch zu retten.“ Aufgrund der angespannten Finanzlage hatte der Insolvenzverwalter unmittelbar nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Masseunzulänglichkeit anzeigen müssen. Trotzdem war es ihm gelungen, die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter für den Monat August noch zu sichern. Darüber hinaus reichen aber die Finanzmittel nicht.

„Eine Fortsetzung der Produktion würde nur zu noch mehr Verlusten führen“, unterstrich Flöther. „Eine Rettung des Unternehmens wäre dann nicht mehr zu schaffen.“ Der Insolvenzverwalter teilt deshalb heute Nachmittag den Sovello-Mitarbeitern auf einer Belegschaftsversammlung mit, dass er gezwungen ist, den verbliebenen gut 500 Arbeitnehmern zu kündigen. Hiervon muss der überwiegende Teil ab dem 1. September freigestellt werden. Eine Sonderregelung hat Flöther dabei für die 22 Auszubildenden bei Sovello ermöglicht. Diese werden erst zum 30. September gekündigt, um sie bei der Suche nach einem neuen Ausbildungsplatz zu unterstützen. Sozialplan und Interessenausgleich wurden bereits mit dem Betriebsrat verhandelt und sind unterschrieben.

Unterdessen werden die Investorengespräche fortgesetzt. Angesichts der angespannten Lage gestalten sich diese jedoch schwierig. Flöther will dennoch nichts unversucht lassen, doch noch einen Käufer zu finden. Das Land Sachsen-Anhalt hat zugesagt, dabei im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten zu helfen.

Ist das Unternehmen noch zu retten?

Nach unserer Einschätzung wird, sofern kein chinesisches Unternehmen als Investor eintritt, der letzte Tag von Sovello der 31. Oktober sein. Mitte Juli 2012 boten wir vom photovoltaik-guide.de dem insolventen Unternehmen an, dass dieses kostenfrei einen Banner auf dem Nachrichtenportal schalten kann. Man bedankte sich zwar für das Angebot, darauf zurückgegriffen wurde aber nicht. Falscher Stolz oder Resignation der Mitarbeiter, die das Unternehmen schon aufgegeben haben?

Quelle: Sovello

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