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Bitterfeld-Wolfen, 28. Mai 2012, Der Geschäftsführer des insolventen Solarmodulherstellers Dr. Reiner Beutel möchte sich mit seinem Unternehmen der Anti-Dumping-Klage anschließen. Nur so kann die Zukunftsbranche Photovoltaik in Deutschland sichergestellt werden. Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten deutscher Solarunternehmen mit inländischer Produktion müssten gezielt gefördert werden. Der Geschäftsführer verweist auf diverse Studien, die der Solarindustrie ein weltweites Wachstumspotenzial von über 20 Prozent bescheinigen.

Sovello GmbH

Dr. Reiner Beutel, Geschäftsführer der Sovello GmbH: „In einem freien und weitgehend fairen Welthandel kann und wird Sovello sich als wettbewerbsfähiger Technologieführer durchsetzen! Wir erwarten daher politische Rahmenbedingungen, die lauteren Wettbewerb sicherstellen. Forschung, Entwicklung und Anwendung einer Schlüsseltechnologie in Deutschland für Deutschland muss das gemeinsame Ziel der Entscheider in der Politik und in unserer Zukunftsbranche sein.“

Selbst chinesische Kostenführer erwirtschafteten bei dem aktuellen Preisniveau signifikante Verluste im dreistelligen Millionenbereich. Die Vollkosten der besten chinesischen Wettbewerber bei Solarmodulen lägen derzeit bei rund 0,90 Euro, die Verkaufspreise lediglich zwischen 0,55 und 0,75 Euro.
 
„Trotz der enormen Verluste, die mit diesen ruinösen Kampfpreisen einhergehen, ist nicht absehbar, wie lange die finanzielle Ausstattung der Unternehmen aus China diese Verlustgeschäfte noch erlaubt“, so Beutel weiter. „Wegen vielfacher indirekter und direkter staatlicher Unterstützung jedoch womöglich noch über einen sehr langen Zeitraum – zu lange für die Solarindustrie in Deutschland. Deshalb wollen wir uns der Anti-Dumping-Klage auf EU-Ebene anschließen.“

„Als innovative Zukunftstechnologie zur erfolgreichen Gestaltung der Energiewende halten wir die Solarenergie für systemrelevant und schlagen einen Solar-Rettungsschirm vor, der durch Bund und Länder in Form von Eigen- oder Fremdkapital unterstützt werden könnte“, erklärte Beutel.
 
Bernd Depping, vorläufiger Sachwalter der Sovello GmbH: „Die politisch Verantwortlichen müssen auch über Sonderregelungen bei der Kurzarbeit entscheiden. Damit haben wir eine Chance, robust auf die derzeitigen Preiskämpfe reagieren zu können. Gemeinsam mit der Geschäftsführung tun wir alles, was in unserer Macht steht, um Sovello nachhaltig wettbewerbsfähig aufzustellen. Die Forderungen nach entsprechenden politischen Rahmenbedingungen sind richtig und wichtig. Diesen Kampf auf politischer Ebene sind wir Mitarbeitern, Kunden und Gläubigern schuldig.“

 

Gegenüber der Deutschen Handwerks Zeitung sagt Beutel das er nicht glaube, dass derzeit irgendein Solarhersteller schwarze Zahlen schreibe. Auch die chinesischen Solarhersteller Schreiben Verluste in Millionenhöhe. Kein Unternehmen könne so schnell auf die kurzfristigen und drastischen Kürzungen bei der Solarvergütung reagieren. Wie er weiter gegenüber der Zeitung aussagt, sei die deutsche Solarbranche seit Monaten vom Preisverfall, Überkapazitäten, Unternehmensinsolvenzen, Standort- und Fabrikschließungen, Produktionsverlagerung und Arbeitsplatzverlusten geprägt.

Quelle: Sovello GmbH

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