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Köln/Bonn/Triefenstein, 08. März 2011,  Die Vergütung für die Einspeisung von Solarstrom fällt seit Jahren. Eine weitere Absenkung ist für Mitte des Jahres vorgesehen. Lohnt sich das Pachtgeschäft mit Dächern für Fotovoltaikanlagen da noch?

Andreas Krenz investiert in fremde Dächer. Der Geschäftsführer eines Bonner Solarbauunternehmens hat bereits 4000 Quadratmeter gemietete Dachfläche mit Fotovoltaikanlagen bestückt. Einige Flächen pachtete seine Firma selbst, andere vermittelte sie an Investoren.

"Häufig sind das einfach Bestandskunden, die auf ihrem Einfamilienhaus von uns eine Anlage errichtet bekommen haben, die sehen es funktioniert und möchten aber noch mehr für die Umwelt tun - und na ja gut auch für den Geldbeutel."

Einige Kunden ließen komplette Anlagen auf Miet-Dächern installieren. Anderen vermittelte Krenz Anteile an einer Fotovoltaikanlage auf gepachteter Fläche. Diese Investoren verdienen nun anteilig an den Einspeisevergütungen für den Solarstrom. Das lohnt sich aber nur bei großen Dächern.

"Also, Mindestgröße ist 250 Quadratmeter bei einem Steildach und bei einem Flachdach 400 Quadratmeter."

Oft handelt es sich um Hallen von Betrieben oder Vereinen, die selbst die Investitionskosten für eine Fotovoltaikanlage nicht aufbringen können oder wollen. Als Dachmiete zahlen Andreas Krenz und seine Mitinvestoren dem Verpächter 3,5 bis fünf Prozent des Netto-Einspeiseerlöses, je nachdem wie günstig die Lage des Daches ist. Von den Einnahmen der Investoren gehen außerdem noch Kosten für Verwaltung und Versicherung ab. Insgesamt sind das Abzüge von sieben bis neun Prozent. Doch lohnt sich dann aktuell die Investition in Solarzellen auf einem fremden Dach überhaupt noch? Denn schließlich ist die Einspeisevergütung für Solarstrom jedes Jahr gesunken, zuletzt zu Jahresbeginn um 13 Prozent.

"Es lohnt sich auf jeden Fall noch immer, denn nicht nur die Einspeisevergütung für Solarstromanlagen ist gesunken, sondern auch die Preise für die Solarstromanlage selbst. Die Preise sind zum Beispiel im Jahr 2010 gegenüber dem Jahr 2009 um über 20 Prozent gesunken. Also die Anpachtung von Dächern ist auf jeden Fall noch immer lohnenswert,"

sagt Michael Ziegler, Marktforscher im Bereich Photovoltaik. Zwar seien die Zeiten vorbei, als mit Pachtdächern Renditen im zweistelligen Bereich erzielt worden seien. Aber auch jetzt könnten Investoren mit einer Rendite von sechs bis sieben Prozent rechnen, stellte Ziegler in einer Marktstudie fest. Damit erzielen Investoren mit Miet-Dächern ähnlich hohe Erträge wie der Einfamilienhausbesitzer mit Fotovoltaikanlage auf dem eigenen Dach. Und das trotz der Mehrkosten, die durch die Anpachtung entstehen? Das sei kein Widerspruch, erklärt Solarbau-Unternehmer Krenz:

"Das gepachtete Dach ist ja viel größer als mein Einfamilienhaus und von daher können wir da ganz andere Investitionskosten ansetzen. Die sind halt pro Einheit gesehen viel günstiger als bei einem Einfamilienhaus. Und von daher ist das Ganze dann doch wieder lukrativ."

Im Internet gibt es zahlreiche Dachbörsen, die Kontakt zwischen Dachbesitzern und Pachtinteressenten herstellen. Fotovoltaik-Experte Ziegler rät Interessenten, ihre Pläne noch in der ersten Jahreshälfte umzusetzen.

"Ich würde auf jeden Fall jemandem raten, der Interesse hat, so früh wie möglich am Jahresbeginn ans Netz zu gehen, da das Einspeisegesetz vorsieht, dass 20 Jahre die Einspeisevergütung vergütet wird plus das Jahr der Inbetriebnahme."

Hinzu kommt, dass die Einspeisevergütung zum 1. Juli voraussichtlich weiter gesenkt wird - je nach Marktentwicklung um drei bis 15 Prozent. Das ist entscheidend, denn es gilt der Fördersatz am Tag der Inbetriebnahme einer Anlage.

Beitrag als Podcast (MP3 3:23 min): In fremde Dächer investieren

Von: Christian Rometsch

Quelle: Deutschlandfunk / dradio.de

Studie zur An– und Verpachtung von Dächer - Lohnt sich die An– und Verpachtung von Dächern für die Installation von Photovoltaikanlagen auch im Jahr 2011 noch?

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