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Leipzig, 02. Mai 2011, Solaranlagen zur sauberen Stromerzeugung sind in Deutschland ein wichtiger Baustein bei der geplanten „Energiewende“. Da die Förderung für Freilandanlagen auf Ackerflächen über das Erneuerbare Energien-Gesetz aber im Juli 2010 eingestellt wurde, konzentriert sich in Deutschland das Interesse zunehmend auf andere Flächen, wie ehemalige Militärliegenschaften (sogenannte Konversionsflächen) oder zunehmend auch auf stillgelegte Mülldeponien. „Während sich in anderen Bundesländern, vor allem in Bayern und Baden-Württemberg inzwischen viel bewegt, verharrt Sachsen bei diesem Thema in der Zuschauerrolle“, wundert sich Prof. Martin Maslaton, Energieexperte und Vorstandsmitglied beim Solar City Leipzig e.V.. Gerade einmal drei Photovoltaikanlagen finden sich bis jetzt auf ehemaligen Mülldeponien im Freistaat.

Im einzelnen sind das die Fotovoltaikanlagen auf der ehemaligen Hausmülldeponie Wittgensdorf bei Chemnitz mit einer maximalen Leistung von 1,13 MWp (Inbetriebnahme 2006), auf der ehemaligen Kreisabfalldeponie in Hohenlauft, Gemeinde Niederstriegis mit einer Maximalleistung von 0,26 MWp (Inbetriebnahme 2008 /2009) sowie auf der ehemaligen Deponie Nadelwitz bei Bautzen mit einer Maximalleistung von 1 MWp (Inbetriebnahme Februar 2011).

„Die Gesamtleistung dieser Anlagen liegt also weit unter 3 MWp, ein lächerlich geringer Wert im Vergleich zu anderen Bundesländern“, so Rechtsanwalt Prof. Maslaton, der als Honorarprofessor das Recht der Erneuerbaren Energien an der TU Chemnitz lehrt. „Allein mit der, wenn auch sehr großen Anlage im bayerischen Stockstadt auf der dortigen stillgelegten Deponie können 2,5 MWp Leistung erzielt und eingespeist werden. Und das ist nur eine von vierzehn existierenden Anlagen auf ehemaligen Deponien allein im Nachbarfreistaat. Weitere vier werden laut Bayerischem Landesamt für Umwelt noch dieses Jahr ans Netz gehen. Es ist mir völlig unverständlich, warum man in Sachsen da nur zuschaut. Das Expertenwissen ist da in Deutschland. Es gibt unzählige Solaranlagen auf ehemaligen Deponien, bei denen man sich Erfahrungen einholen kann. Auch die Baugrundproblematik hat man gut im Griff, da Solaranlagen nicht schwer sein müssen. Ich rufe also die zuständigen Abfallzweckverbände und Landkreise in Sachsen auf: Bauen Sie Photovoltaik-Anlagen auf Ihren stillgelegten Mülldeponien und zwar zeitnah, bevor die Einspeisevergütung weiter sinkt. Deponiegas wird ja schon hier und da genutzt. Warum also nicht noch mehr Nutzen aus diesen stillgelegten Flächen ziehen und Solarstrom erzeugen!“

In Sachsen wurden seit der Wende sehr viele Deponien stillgelegt. Laut Sächsischem Umweltministerium waren es allein zwischen 2000 und 2008 rund 700 Deponien mit Hilfe von EFREMitteln der EU. Ehemalige Deponien bieten sich für Fotovoltaik-Anlagen aus unterschiedlichsten Gründen geradezu an: Es entsteht kein zusätzlicher Landverbrauch wie etwa bei Ackerflächen. Es werden keine anderen Nutzungen beeinträchtigt und häufig notwendige Infrastruktur ist bereits vorhanden (Umzäunung, Stromanschluss, Verkehrsanbindung). Es gibt außerdem häufig keine Verschattung durch Bäume und die Deponiehänge bieten ideale Bedingungen für die Installation der Solarmodule.

Quelle: Solar City Leipzig e. V.

Kommentare   

#1 Rainer Elsner 2016-03-29 18:57
Der Beitrag ist nun schon 5 Jahre alt, dennoch Schein er nichts an Aktualität verloren.
Ich selbst würde in unserer Stadt liebend gern den Startschuss für ein solches Projekt geben. Da ich zu 100% die Aussage von Herrn Ziele unterstütze.
Die Landkreise verschenken Jahr für Jahr Millionen und unser Staat schaut dabei zu.
Warum wachen die "gebeutelten " Energieriesen nicht auf.
Mit ihrem finanziellem Hintergrund könnten sie als Gewinner aus dem Rennen von dezentraler Versorgung herausgehen.

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