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Dornach, 14. Juni 2011, Die Gehrlicher Solar AG ist auf Internationalisierungskurs. Dies drückt sich auch im neuen Markenauftritt aus. Welche Ziele sich das Unternehmen konkret gesetzt hat und was es bedeutet, neue Märkte zu erschließen, erläutern CEO Klaus Gehrlicher und Finanz- und Vertriebsvorstand Ralph Schemmerer.

Gehrlicher Solar AG

Herr Gehrlicher, welche Ziele hat sich die Gehrlicher Solar AG für 2011 gesetzt?

Klaus Gehrlicher: Wir sind optimistisch, 2011 unseren Umsatz deutlich zu steigern. Bis zum Jahresende wollen wir rund 520 Mitarbeiter an Bord haben. Dies ist Teil einer langfristigen, nachhaltigen Internationalisierungs- und Wachstumsstrategie: In den nächsten zwei bis drei Jahren wollen wir mit rund 1.000 Mitarbeitern international präsent sein und einen Umsatz von einer Milliarde Euro erreichen. Wir gehen davon aus, dass diese Größenordnung für Systemhäuser, wie wir es sind, ein Mindestmaß ist, um weltweit wahrgenommen zu werden.

Herr Schemmerer, auf welche Geschäftsfelder konzentriert sich Gehrlicher dabei?

Ralph Schemmerer: Wir unterteilen unser Geschäft in die Bereiche Ground Mounted Systems (Freiflächenanlagen), Rooftop Systems (Dachanlagen) und Components & Systems (Großhandel). Ein viertes, kleineres Geschäftsfeld sind Off-Grid-Anlagen. In diesem Bereich haben wir vor rund 18 Jahren begonnen und bauen ihn nun wieder aus, da er weltweit riesiges Potenzial hat. Neben der Projektierung, der Planung und dem Bau netzunabhängiger Anlagen entwickeln wir eigene Off-Grid-Produkte, die den spezifischen Bedarf exakt treffen.

Außerdem haben wir kürzlich eine Abteilung für energieeffizientes Bauen gegründet. Im Fokus steht hier zunächst unser eigener Bedarf: Zum einen führen wir derzeit an unserem Unternehmenssitz in Neustadt eine energetische Gebäudesanierung durch, zum anderen wollen wir in höchstens zwei Jahren mit unserem Münchner Verwaltungssitz in ein selbst entwickeltes „Plus-Energiegebäude“ umziehen. Spätestens danach wollen wir dieses intern aufgebaute Know-how international anbieten – die Nachfrage ist groß!

Wie gut ist das Unternehmen für künftige Herausforderungen aufgestellt?

Klaus Gehrlicher: Zunächst will ich vorausschicken, dass es unsere Branche momentan nicht leicht hat: Der Kostendruck und der Wettbewerb nehmen zu, der Konsolidierungsprozess setzt sich fort und neue Märkte bedeuten neue Herausforderungen. Um dafür gut gerüstet zu sein, haben wir 2010 intensiv an unseren internen Prozessen und Systemen gearbeitet, beispielsweise an der Einführung von SAP. In dieser Phase haben wir einige Marktchancen bewusst nicht genutzt. Das hat sich ausgezahlt – unbegrenztes Wachstum ohne interne Optimierung funktioniert auf Dauer eben nicht. Nun können wir unsere ganze Energie in weiteres, internationales Wachstum stecken.

Wie haben sich die kürzlich gegründeten Niederlassungen in Südafrika, Indien und Brasilien entwickelt?

Ralph Schemmerer: Für eine umfassende Einschätzung ist es noch zu früh, aber es lassen sich bereits gute Trends erkennen. Südafrika führt gerade ein Einspeisegesetz ein – zum Glück mit einer deutlich niedrigeren Vergütung als ursprünglich geplant. Das verhindert Strohfeuer und ermöglicht ein nachhaltiges, für die Volkswirtschaft tragbares Wachstum. Mit unserem Joint-Venture-Partner Ikhwezi entwickeln wir schon die ersten Projekte und blicken sehr optimistisch in die Zukunft.

In Indien besteht bereits ein realer Photovoltaikmarkt. Vor allem die Förderprogramme auf lokaler Ebene laufen sehr gut, unangefochtene Hotspots sind die Staaten Gujarat und Rajasthan. Insgesamt erlebt Indien eine tolle Marktbewegung – und wir sind mittendrin! Vom Beginn der Verhandlungen mit unserem Joint-Venture-Partner Greenforce Enviro bis zum Baubeginn des ersten Solarparks sind nicht einmal sechs Monate vergangen. Das ist angesichts der indischen Bürokratie extrem schnell.

Das dritte Land, in dem wir kürzlich ein Joint Venture gegründet haben, ist Brasilien. Hier gibt es zwar noch kein Einspeisegesetz, die Bedeutung der erneuerbaren Energien wird aber schon stark wahrgenommen. Neben einem relativ alten Kleinstmarkt für netzunabhängige Systeme in abgelegenen Gebieten wird das Thema Netzeinspeisung gerade attraktiv. Wir sind in Brasilien über unseren Partner Ecoluz extrem gut vernetzt und in einer exzellenten Startposition. Der Boom kommt allerdings erst noch.

Wollen Sie weitere Auslandsmärkte erschließen?

Klaus Gehrlicher: Aktuell konzentrieren wir uns auf die bestehenden Niederlassungen. Wir wollen nachhaltig wachsen und die neuen Länder gut integrieren. Neben den genannten Märkten sind vor allem Großbritannien und die USA sehr attraktiv für uns. Natürlich halten wir auch die Augen offen und beobachten sehr genau, welche weiteren Länder interessant sein könnten – vielleicht nicht sofort, aber in einigen Monaten.

Was ist im Bereich Forschung & Entwicklung geplant?

Klaus Gehrlicher: Wir glauben an die zunehmende Automatisierung und Systematisierung beim Bau von Solarkraftwerken, was mit dem Trend zu Großmodulen einhergeht. Mit unserem Transport- und Montagesystem, inklusive Montageroboter und Backrail-System, haben wir hierfür wichtige Voraussetzungen geschaffen. Dieses System entwickeln wir kontinuierlich weiter. Wir sind davon überzeugt, dass die immer größer werdenden Solarkraftwerke in Zukunft verstärkt mit solchen Systemen gebaut werden. Damit die PV schnell einen deutlichen Anteil an der Stromversorgung liefern kann, muss sie mindestens im dreistelligen Megawatt- Bereich denken.

Ein weiterer Trend am unteren Ende der Größenskala ist die Gebäudehülle. Die „Traumdächer“ sind zwar größtenteils belegt, es gibt aber trotzdem noch sehr viel unerschlossenes Potenzial. Im Fokus stehen nun Lösungen für die gesamte Gebäudehülle. Neben beispielsweise aerodynamischen Systemen für Flachdächer arbeiten wir also weiter an dach- oder fassadenintegrierten Lösungen.

Ebenfalls erwähnenswert ist unser neues integriertes System zur Abbildung der Anlagen-Fernüberwachung samt aller für den Störungsfall definierten Prozesse. Wir haben ein im Vergleich zu den gängigen Lösungen konkurrenzfähiges und deutlich leistungsfähigeres Produkt entwickelt, mit dem wir seit einigen Monaten sehr erfolgreich hausintern arbeiten.

Das bedeutet einen echten Fortschritt für den Bereich Operations & Maintenance. Für unsere Kunden stellen wir damit stets die optimale Leistungsfähigkeit ihrer Anlagen sowie eine stringente und sichere Kommunikation und Abbildung wirtschaftlicher Vorgänge sicher.

Was erwarten Sie persönlich von der Intersolar 2011?

Klaus Gehrlicher: Ich freue mich sehr, dass die Intersolar wieder in München stattfindet! Ein Heimspiel für uns. Die Messe wird nicht nur immer größer, sondern auch attraktiver. Neben neuen, internationalen Märkten werden Off-Grid-Anlagen und die Gebäudeintegration eine wachsende Rolle spielen. Außerdem glaube ich, dass es zwischen Herstellern und Großhändlern intensive Gespräche geben wird, um das Geschäft nach dem etwas schleppenden Start ins Jahr 2011 durch gute Konditionen anzukurbeln.

Quelle: Gehrlicher Solar AG

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