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Bonn, 13. Juni 2012, Eurosolar e.V. nimmt Stellung zu dem von EU-Energiekommissar Oettinger vorgestellten Strategiepapier. Stephan Grüger, Mitglied des Vorstands der deutschen Sektion von EUROSOLAR e.V.: "Das "Strategiepapier" von Energiekommissar Oettinger ist eine Rolle rückwärts in der Energiepolitik und eine Huldigung der Interessen weniger Großkonzerne. Energiekommissar Oettinger hat offensichtlich die wirtschaftliche Bedeutung einer dezentralen, mittelständischen und vollständigen Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien nicht verstanden.

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Das Reden von zentralistischen Wind-Großkraftwerken im Meer und Sonnen-Großkraftwerken in der Wüste zeigt einen geradezu erschreckenden ökonomischen Unverstand, es sei denn, eine möglichst teure, möglichst unvollständige Energiewende ist der von Oettinger erwünschte Effekt.

Dabei sind Offshore-Windkraftwerke und große Solarkraftwerke in der Wüste teurer als dezentrale Photovoltaik. Hinzu kommen eklatante Transportkosten und Probleme. Der Zeitverlauf von Planung und Ausführung dieses zentralistischen Großprojektes übersteigt den möglichen Zeitraum einer vollständigen dezentralen Energiewende um ein Vielfaches. So verhält es sich auch mit den Kostenrelationen. Dabei sind die technischen Probleme von Offshore-Windenergieanlagen und sozioökonomischen Probleme von Sonnengroßkraftwerken in außereuropäischen Ländern wie den Staaten des Maghreb, deren Energie ausschließlich nach Zentraleuropa geleitet werden soll, noch gar nicht berücksichtigt.

Dass Energiekommissar Oettinger in Zusammenhang mit den Erneuerbaren Energien von Subventionen spricht und gleichzeitig die schon geleisteten und weiterhin bestehenden Subventionen für Atom- und fossile Kraftwerke ausklammert, ist ein weiteres Indiz für die Einseitigkeit und ökonomische Blindheit des "Strategiepapiers". Arbeitsmarkteffekte und Preisdämpfungseffekte durch Erneuerbare Energien existieren zwar in der realen Welt, aber offenbar nicht im Brüsseler Wolkenkuckucksheim.

Das "Strategiepapier" von Energiekommissar Oettinger ist gut für einige wenige Großkonzerne. Für Arbeitnehmer, Energieverbraucher und für den Mittelstand ist es ein Trauerspiel. Oettinger probt den Ausstieg aus der Energiewende, wir sind gespannt, was Bundeskanzlerin Angela Merkel hierzu sagt."

Quelle: EUROSOLAR e.V.

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