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Berlin, 10. Juni 2012, Über 380.000 Beschäftigte sind im Sektor Erneuerbare Energien tätig. Interessant in diesem Zusammenhang ist demnach auch, welche Bedeutung dieser Sektor in den entsprechenden Bundeländern einnimmt. Die größten Beschäftigungseffekte - in absoluten Zahlen ausgedrückt - sind in wirtschaftlich starken Bundesländern wie Bayern und Nordrhein-Westfalen zu beobachten. Die Beudeutung für den jeweiligen Arbeitsmarkt vor allem in strukturschwächeren Regionen sehr hoch. Beispielsweise wurde in Sachsen-Anhalt etwa mehr als jeder vierzigste Arbeitsplatz direkt oder indirekt von der Erneuerbaren-Energien-Branche geschaffen.

Mit Blick auf die neue Studie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (gws) und des Zentrums für Solarenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) erläutert der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, Philipp Vohrer: „Der Arbeitsmarkt der Erneuerbaren Energien hat in den letzten Jahren eine sehr positive Entwicklung genommen.“

In der Studie werden die Arbeitsplatzeffekte der regenerativen Energietechnologien in Deutschland erstmals bundesländergenau modelliert. Nach kontinuierlichem Wachstum der Beschäftigtenzahlen auch durch die Finanz- und Wirtschaftskrise hindurch, waren im Jahr 2011 rund 382.000 Menschen in der Branche beschäftigt. Damit hängt im gesamtdeutschen Durchschnitt schon etwa jeder hundertste Arbeitsplatz an den regenerativen Energietechnologien.

In absoluten Zahlen gemessen, haben die Erneuerbaren Energien in den großen Flächenländer Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Baden-Württemberg die meisten Arbeitsplätze geschaffen. Diese vier Länder vereinigen fast die Hälfte der in der Branche Beschäftigten auf sich. Bayern als größtes Flächenland ist dabei mit insgesamt fast 70.000 Beschäftigten in der Branche Spitzenreiter, noch vor NRW als bevölkerungsreichstem Land.

GWS-ZWS - Erneuerbare Energien sorgen in ganz Deutschland für Beschäftigung
 Allerdings ist die relative Bedeutung der Arbeitsplatzeffekte in anderen Bundesländern noch größer: Im Verhältnis zur gesamten Beschäftigtenzahl ist vor allem in Ostdeutschland ein hoher Anteil der von den Erneuerbaren Energien geschaffenen Arbeitsplätze zu verzeichnen, im Schnitt arbeiten dort 1,5 Prozent der Arbeitnehmer und damit jeder 70. Beschäftigte in der Branche. Bei den Spitzenreitern in dieser Kategorie, Sachsen-Anhalt und Brandenburg, sind es sogar 2,7 bzw. 2,2 Prozent der gesamt Beschäftigten. „Die Erneuerbaren Energien haben Regionen mit schwieriger wirtschaftlicher Ausgangslage neue Perspektiven verschafft. Diese Keimzellen müssen bewahrt und weiterentwickelt werden“, kommentiert Vohrer die Ergebnisse.

Beim Blick auf die einzelnen Sparten zeigt sich, dass die Bundesländer ganz unterschiedlich aufgestellt sind. Die insgesamt größten Arbeitsplatzeffekte entstehen durch die Solar- und die Bioenergie, dicht gefolgt von der Windenergie. Dabei profitieren nicht nur Länder mit Produktionsstandorten entsprechender Energieerzeugungsanlagen, sondern dank Zulieferketten auch solche mit einer starken industriellen Basis, und dank der Arbeitsplatzeffekte durch Betrieb und Wartung auch Länder mit einer hohen installierten Erneuerbare- Energien-Leistung.

So hat beispielsweise Baden-Württemberg überdurchschnittlich viele Beschäftigte im Bereich Windenergie – trotz einer geringen Zahl an installierten Windenergieanlagen und fast ohne ansässige Windkraftanlagen-Hersteller. In Niedersachsen werden aufgrund der großen installierten Wind- und Bioenergieleistung viele Menschen in Betrieb und Wartung beschäftigt. Die Bedeutung der Photovoltaikindustrie ist dagegen zwar auch in Bayern als Land mit den meisten Solarmodulen hoch; noch bedeutsamer ist diese junge Industrie aber bislang in den ostdeutschen Ländern Brandenburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen.

„Auch wenn sich im Jahr 2012 insbesondere durch die schwierige Marktsituation der Solarbranche ein spürbarer Abbau von Jobs in der Produktion abzeichnet, gibt die Arbeitsmarktsituation bei den Erneuerbaren Energien insgesamt weiterhin Anlass zu Optimismus, insbesondere da mit dieser Zukunftsbranche auch mittelfristig gute Exportperspektiven und damit auch erhebliche ökonomische Chancen verbunden sind“, bewertet Vohrer die Studie mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen.

Download der Studie: Erneuerbar beschäftigt in den Bundesländern!

Gehälter im Photovoltaiksektor

Wie die neue "Gehaltsstudie 2011/2012 - Das verdient die Solarbranche wirklich" herausgefunden hat, sind die Löhne in der Photovoltaikbranche zwar insgesamt um 2,22 % gestiegen, jedoch ist das Ost-West-Gefälle ist mit 16,5 % ausgeprägter als im Vorjahr (16,1 %) (Wir berichteten: Gehaltsstudie - Gehälter in der Photovoltaikbranche um 2,22 Prozent gestiegen). Vor allem in den ostdeutschen Bundesländern (mit Ausnahme von Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern) sind die jährlichen Einkommen im Schnitt um fast 400 Euro gesunken sind. So gingen etwa in Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt die Gehälter/Löhne zurück, während sie in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein zumindest geringfügig anstiegen.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

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