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Berlin/Düsseldorf, 20. März 2012, Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen bezeichnete die Energy Storage-Konferenz der Solarpraxis AG als eine einzigartige Pionierveranstaltung. Die zweitägige Veranstaltung der vergangenen Woche hatte die Energiespeicherung zum Thema. Über 350 Gäste aus 29 Ländern nahmen an der Konferenz, begleitet durch eine Fachausstellung, teil.

Dr. Norbert Röttgen: „Es ist eine strategische Aufgabe für das Funktionieren der Energiewende, dass Speichertechnologien jetzt erforscht und anschließend in die wirtschaftlich industrielle Anwendung gebracht werden.“

Die Energiewende sei zwar ein Marathon, den nun alle gemeinsam laufen müssten, doch sei Deutschland dafür fit genug, so der Bundesumweltminister in der anschließenden Diskussion.

In ihren Eröffnungsreden gingen die Veranstalter Hans Werner Reinhard von der Messe Düsseldorf und Karl-Heinz Remmers, Vorstandsvorsitzender des Wissensdienstleisters Solarpraxis AG, auf den Paradigmenwechsel in der Energieversorgung ein, der durch die Entwicklung und die zukünftige breite Anwendung von Speichertechnologien bevorstehe.

„In Zukunft kommt es bei der Entwicklung der Speichertechnologien darauf an, die Preise zu senken sowie die Technologien effizienter zu gestalten und verfügbarer zu machen“, so Remmers.

Der Vorsitzende des Programmkomitees der Konferenz Prof. Dr. Eicke R. Weber, Sprecher der Fraunhofer-Allianz Energie und Leiter des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg, wies darauf hin, dass bei der Umsetzung der Energiewende nach wie vor zu sehr in Schubladen gedacht werde.

„Um die Herausforderungen der Energiewende zu meistern, kommt es darauf an, sich das große Ganze anzusehen“, erklärte er. Als einen wichtigen Schritt sieht er dabei die Energy Storage-Konferenz. Zum Erfolg der Veranstaltung trügen die große Anzahl an renommierten Experten genauso bei wie die guten Vorträge auf dem Podium.

„Ich war schon auf vielen Konferenzen weltweit, aber noch nie war es so wie hier, wo ich keine zehn Meter weit gehen kann, ohne auf einen interessanten Gesprächspartner zum Thema Energiespeicherung zu treffen. Es sind genau die richtigen Fachleute hier“, so Weber.   

Achim Zerres von der Bundesnetzagentur setzte die Entwicklung von Speichertechnologien zu anderen Maßnahmen, die im Rahmen der Energiewende umgesetzt werden, in Beziehung. So sah er beispielsweise den grenzüberschreitenden Energieaustausch, der weiter zunehmen werde, in Konkurrenz zu Energiespeichertechnologien. Gleiches gelte für die Anpassung des Verbrauchs an die Stromerzeugung. Durch den Netzausbau könnten Speichertechnologien einerseits überflüssig werden, so Zerres, doch könne der Aufwand des Netzausbaus durch Speichertechnologien auch verringert werden. Bei letzterem käme es jedoch darauf an, dass Erzeugung und Verbrauch nahe beieinander lägen.  

In der Session „Szenarien für die zukünftige Energieversorgung und die Rolle von Speichertechnologien“ legte Raphael Goldstein (Germany Trade and Invest GmbH) dar, dass bis zum Jahr 2030 Investitionen von 25 bis 30 Milliarden Euro in den Ausbau von Speicherkapazitäten erwartet werden. Bereits 2011 bestand aufgrund des Stromüberschusses eine Speichernachfrage von 15 GWh.

Thermische Speicher sind absolut notwendig, um erneuerbare Energien effizient zum Wärmen und Kühlen nutzen zu können. Dies war Konsens in der letzten Diskussionsrunde des ersten Konferenztages zum Thema thermische Energiespeicherung. Dabei müsse beachtet werden, dass nicht eine Technologie allein alle Anforderungen abdecken könne - für unterschiedliche Herausforderungen werden unterschiedliche Lösungen gebraucht. Wichtig sei es, sich vorab zu überlegen, wofür der Speicher überhaupt benötigt werde. Diskutiert wurden außerdem die Vor- und Nachteile der Technologien sensible Kälte oder Wärme, Latentwärmespeicher und thermochemische Speicher.  

Die von Prof. Dr. Olav Hohmeyer, Professor für Energie- und Ressourcenmanagement an der Universität Flensburg, am zweiten Konferenztag geleitete Diskussionsrunde „Large Scale Hydro Storage  and European Grid Integration“ widmete sich im Besonderen Norwegen, das mit seinen großen Seen über 50 Prozent des europäischen Speicherpotenzials verfügt. Mit einer Speicherkapazität von rund 84 Terrawattstunden, die im Gegensatz zu anderen Speichertechnologien auch langfristig gespeichert werden können, präsentierte sich Norwegen als grüne Batterie Europas. Es sei nicht zielführend, nur in nationalen Lösungen zu denken - es müsse vielmehr nach europäischen Lösungen gesucht werden, war ein Ergebnis der Session.

In der Abschlussdiskussion wurde die Notwendigkeit unterstrichen, das gesamte Energiesystem auf den Prüfstand zu stellen. Betrachtet werden müsse dabei der künftige Energiemix im Zusammenhang mit dem Netzausbau und dem Speicherbedarf. Nur dann sei eine vernünftige, wirtschaftliche und effiziente Planung machbar. Grundsätzlich gingen die Experten davon aus, dass es in Zukunft eines Speichertechnologienmix´ bedarf, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Jedoch werde diejenige Speichertechnologie den größten Teil des Kuchens abbekommen, bei der die Lernkurve  am schnellsten steigt, d. h. bei der die Effizienz am schnellsten erhöht wird und die Preise am schnellsten sinken.

Neben den Konferenzbeiträgen stieß das begleitende Ausstellungsprogramm auf reges Interesse. 20 Aussteller präsentierten hier ihre Dienstleistungen und Produkte rund um das Thema Speichertechnologie. Nach dem vielversprechenden Start wird die Veranstaltung im nächsten Jahr fortgesetzt. Der nächste Energy Storage - International Summit for the Storage of Renewable Energies findet am 18. und 19. März 2013 in Düsseldorf statt.

Quelle: Solarpraxis AG

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