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Stuttgart, 21. März 2012, Die Photovoltaikindustrie aus Baden-Württemberg traff sich in der vergangenen Woche mit Landes-Umweltminister Franz Untersteller, um sich über die Zukunft erneuerbarer Energien, inbesondere über die Photovoltaik, auszutauschen. Die Solarbranche forderte gegenüber dem Umweltminister eine moderatere Kürzung der Einspeisevergütung für Solarstrom, eine Beibehaltung des Zubaukorridors zwischen  3 und 3,5 GW (Gigawatt) jährlich sowie eine adäquate politische Unterstützung der heimischen Industrie, um die lokale Wertschöpfung weiterhin zu stärken und die unvermeidlichen Geburtswehen einer neuen, aussichtsreichen Industrie abzufangen.

Prof. Eicke Weber vom Fraunhofer ISE: „Wir und die Industrie wollen die Landesregierung dabei unterstützen, den Anteil der erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg bis 2020 mehr als zu verdoppeln. Das funktioniert nur, wenn wir auf beide Energieträger, Wind und Sonne, setzen.“ Hinzu komme, so Professor Michael Powalla vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), dass "die deutsche Photovoltaik-Branche auf eine weltweit führende Stellung in der Technologie, eine überaus leistungsfähige Forschungslandschaft und nicht zuletzt auf mehr als 100.000 Arbeitsplätze verweisen kann. Dass nun ausgerechnet das Bundeswirtschaftsministerium dies alles gefährdet, ist völlig unverständlich.“

Vor diesem Hintergrund stellt der Arbeitskreis Photovoltaik folgendes fest:

  1. Die hohen Kürzungen der Solarförderung in der nahen Vergangenheit haben zu solaren Einspeisetarifen geführt, die für die Hersteller von PV-Modulen nicht mehr auskömmlich sind, was sich u.a. darin zeigt, dass diese weltweit im letzten Quartal 2011 in die Verlustzone gerutscht sind. Die vorgesehenen weiteren Kürzungen halten wir daher für überzogen. Die geplanten Minderungen gefährden den Fortbestand einer ganzen Industrie, sicher aber den der in Deutschland ansässigen Unternehmen. Hiervon sind mittlerweile auch die Maschinenproduzenten als Zulieferer nicht mehr ausgenommen. Der großumfängliche Verlust von Tausenden von Arbeitsplätzen droht, bzw. ist schon eingetreten.
  2. Industrieverbände wie der DIHT und der BDI fordern einen „Masterplan“ für die Energiewende, in dem u.a. Ausbauziele beschrieben werden. Dabei wird ignoriert, dass ein solcher Masterplan in Form der jährlich von der Bundesregierung beauftragten Leitstudie bereits seit fast einem Jahrzehnt existiert. Die Leitstudie postuliert bis 2020 ein Ausbauziel für die PV von 52 GW; diese Zahl wurde von der Bundesregierung auch in ihrem Nationalen Aktionsplan als Ziel für die EU avisiert. Daraus leitet sich das von Bundesumweltminister Norbert Röttgen bisher anvisierte jährliche Ausbauziel von 2,5 bis 3,5 GW ab – der diskutierte Korridor bis 1 GW pro Jahr und der neu vorgeschlagene, um jährlich 400 MW abnehmende Zubau ist hierfür zu klein und schadet zudem der Industrie, die bisher auf Wachstum gesetzt hat. Wie zudem Studien der Prognos AG und des Bundesumweltministeriums feststellen, hat die Fortschreibung des Ausbaus gemäß Prognose der Übertragungsnetzbetreiber nur mehr geringe Auswirkungen auf den Strompreis für Endverbraucher (1,9 Prozent Steigerung bis 2016).
  3. Das Ausbauziel von 52 GW ist technisch notwendig, um die zukünftige Energieversorgung kostengünstig und versorgungssicher zu gestalten. Das Ausbauziel leitet sich daraus ab, dass bei einem Verhältnis von Sonnen- zu Windkraft von etwa zwei zu drei der Speicherbedarf minimiert wird. Da Speicher teuer sind, wird erneuerbarer Strom ohne Solarkraft bis zum Zehnfachen kosten.
  4. Mit der massiven Förderkürzung droht die Bundesregierung einer Industrie auf der Zielgeraden Knüppel zwischen die Beine zu werfen, wenige Jahre, bevor der wirtschaftliche Durchbruch erreicht werden kann. Für die bisherige und zukünftige Vorinvestition in die Photovoltaik und andere erneuerbare Energien bekommt die Öffentlichkeit eine bezahlbare, verlässliche und saubere Energieversorgung der Zukunft, zudem ein Exportmodell „Made in Germany“, das den wirtschaftlichen Standort Deutschland stärkt. Siehe hierzu die Anlage „Energievision BaWü“.

Download: Photovoltaik-Industrie in Baden-Württemberg

Quelle: AK Photovoltaik Baden-Württemberg

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