photovoltaik-guide.de verwendet Cookies um Ihnen den bestmöglichen Service bereitzustellen. Indem Sie unsere Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

 

Berlin, 17. Februar 2012, Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), veröffentlicht aus der Reihe "Schlaglichter der Wirtschaftspolitik" ein Sonderheft mit dem Titel "Die Energiewende in Deutschland - Mit sicherer, bezahlbarer und umweltschonender Energie ins Jahr 2050". Das Heft gibt einen Überblick über die bereits beschlossenen Weichenstellungen und die nächste Schritte beim Umbau der Energieversorgung. Zudem enthält das Sonderheft wertvolle Hintergrundinformationen zu den fünf Kernbereichen der Energiewende - Stromnetze, Gas- und Kohlekraftwerke, Energieeffizienz, Energieforschung, erneuerbare Energien. Neben europäischen und internationalen Aspekten werden auch die Kosten der Energiewende thematisiert.

Bundeswirtschaftminister Dr. Philipp Rösler: "Mit dem Gesetzespaket aus dem letzten Sommer haben wir die Grundlagen für den Aufbau eines komplett neuen Energiesystems gelegt. Unsere energiepolitischen Ziele sind ambitioniert, insbesondere für ein Industrieland wie Deutschland. Damit Verbraucher und Unternehmen von den Chancen profitieren können, die der Umbau der Energieversorgung mit sich bringt, müssen wir dafür sorgen, dass wir unsere Ziele mit möglichst technologieoffenen, marktorientierten und kosteneffizienten Instrumenten erreichen. So können wir übermäßige Belastungen von Verbrauchern und Unternehmen vermeiden und die notwendige Akzeptanz für die Energiewende sicherstellen."

Auszug: Gesicherte und installierte Leistung, Grundlast und Residuallast

Die gesicherte Leistung ist der Anteil an der installierten Leistung, der mit einer 99 %igen Wahrscheinlichkeit immer zur Verfügung steht, also auch zu Zeiten ohne Wind und Sonne. Die installierte Leistung betrug im Januar 2011 in Deutschland rund 160 GW (laut ENTSO-E-Forecast). Von diesen 160 GW konnten rund 93 GW als gesichert betrachtet werden.

Die erneuerbaren Energien (Wind, Photovoltaik, Biomasse, Wasser) tragen nur etwa 12 GW zu dieser gesicherten Leistung bei. Unter den erneuerbaren Energien steht Photovoltaik gar nicht und Windenergie nur zu einem geringen Anteil gesichert zur Verfügung. Wasser ist der erneuerbare Energieträger, der am umfangreichsten zur gesicherten Leistung beiträgt.

Die neben den erneuerbaren Energien erforderliche gesicherte Leistung muss also weiterhin durch den konventionellen Kraftwerkspark erbracht werden. Allerdings produzieren auch Kraftwerke über das Jahr (8.760 Stunden) nicht ständig Strom. So betrugen die Volllaststunden 2010 z. B. in Kernkraftwerken rund 7.300 Stunden, in Braunkohlekraftwerken rund 6.600 Stunden.

Wird ein Kraftwerk möglichst ohne Unterbrechung betrieben, wird davon gesprochen, dass es die Grundlast abdeckt. Die Grundlast ist der Anteil der Gesamtlast, der über einen längeren Zeitraum nicht unterschritten wird und daher durch einen durchgehenden Kraftwerksbetrieb gedeckt werden kann. Typischerweise wird die Grundlast durch die Kraftwerke mit den günstigsten Erzeugungskosten gedeckt – in der Regel Kohle- und Kernkraftwerke.

Bei Windkraftanlagen lag die Anzahl der Volllaststunden mit Einspeisevorrang wetterabhängig nur bei rund 1.400 Stunden und bei Photovoltaik-Anlagen im Durchschnitt bei 900 Stunden. Die so genannte Residuallast oder Restlast muss auch in Zukunft durch den konventionellen Kraftwerkspark gedeckt werden. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien wird die Residuallast daher gegenüber der Grundlast an Bedeutung gewinnen.

Download: Die Energiewende in Deutschland - Mit sicherer, bezahlbarer und umweltschonender Energie ins Jahr 2050

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler

You have no rights to post comments