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Berlin, 03. September 2010, Zu der Kritik des Bundesumweltministeriums an der Qualität der Energieszenarien von EWI, Prognos und GWS erklärt Hans-Josef Fell, Sprecher für Energiepolitik:

Das Umweltministerium hat recht. Die Energieszenarien sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben wurden. Es handelt sich hier um einen groß angelegten Täuschungsversuch. Die Szenarien für Laufzeitverlängerungen wurden mit unzulässigen Annahmen gedopt. Die Ergebnisse sind höchst skurril: So sollen Waschmaschinen im Falle von Laufzeitverlängerungen effizienter werden als ohne Laufzeitverlängerungen. Die Menschen würden dann weniger fliegen und selbst die Medikamente würden besser. Im Übrigen würden auch Benzin und Diesel teurer als ohne Laufzeitverlängerung. Wer dies für einen Witz hält, sollte sich das Machwerk genau anschauen. Nur mit solchen unwissenschaftlichen Manipulationen kommen die Gutachter halbwegs auf das von Kanzlerin Merkel und Wirtschaftsminister Brüderle gewünschte Ergebnis.

Zu Recht kritisiert das Bundesumweltministerium, dass die Studien keine volkswirtschaftlichen Gesamtkostenrechnungen enthalten. Dazu gehören auch die volkswirtschaftlichen Lasten, die entstehen, wenn wie in den Studien vorgesehen der Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor zunächst stark abgebremst und dann weitgehend beendet wird. Dies wäre auch das Ende dieser Zukunftstechnologien in Deutschland. Statt neuer Arbeitsplätze gäbe es Konkurse und zusätzliche Arbeitslosigkeit, selbst bei einer Laufzeitverlängerung von nur wenigen Jahren. Die sogenannte Brücke Kernenergie wird so zur Guillotine für erneuerbare Energien. Der Bundesumweltminister muss die Konsequenzen ziehen und gegen jegliche Laufzeitverlängerung angehen, wenn er nicht zum Totengräber des Ausbaus der erneuerbaren Energien in Deutschland werden will. .

Die Bundeskanzlerin will diese höchst unwissenschaftliche Arbeit zur Grundlage ihrer Energiepolitik machen. Damit beteiligt sie sich zugleich an dem groß angelegten Manipulationsversuch zu Gunsten einiger Konzerne der Energiewirtschaft.

Quelle: Bündnis 90/Die Grünen

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