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Frankfurt, 27. Juli 2011, Der Markt für Energieversorger in China hat großes Potenzial - zum einen. Zum anderen stehen die Versorger der Volksrepublik unter großem Druck, Energie nachhaltig zu produzieren. Die stark wachsende Wirtschaft in China bringt das Land ansonsten in eine große Diskrepanz. Die chinesische Regierung erstellt für die Wirtschaft einen Fünf-Jahres-Plan: "In dem letzten Fünf-Jahres-Plan sind viele Umweltziele enthalten - die Chinesen wollen nicht Wachtum um jeden Preis", sagt Genia Kostka, Juniorprofessur für chinesische Betriebswirtschaft an der Frankfurt School, im pressetext-Interview. Kostka hat den Versorgermarkt in China untersucht.

"Man versucht Energie zu sparen - nicht nur in der Industrie. Es wird zunehmend auch bei den Konsumenten angesetzt", erklärt die China-Kennerin. China sei der Hauptinvestor, wenn es um saubere Technologien geht. Die Politik in China habe Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien längst auf dem Plan. "Nachhaltigkeit ist eines der sieben Strategiesektoren", sagt Kostka. Es passiere zwar viel, aber ausreichen werden die Bemühungen wohl kaum. Der Umweltschutz rennt hinter dem starken Wachstum der Volksrepublik hinterher.

Keiner vertraut chinesischen Versorgern

Kostka hat neben den Bemühungen um Nachhaltigkeit auch den reinen wirtschaftlichen Erfolg der Versoger unter die Lupe genommen. Die Energieunternehmen in China haben sich global nicht so erfolgreich entwickelt, wie etwa brasilianische Versoger. Mit Kyoung Shin hat Kostka eine Feldstudie und Umfrage in China durchgeführt. Ihre ökonomische Hypothese für den wirtschaftlichen Erfolg lautet: Die chinesischen Versorger können sich nicht positiv entwickeln, weil man ihnen aus der übrigen Welt kein Vertrauen schenkt.

Vertrauen ist dabei gerade im chinesischen Geschäftsleben äußerst wichtig. Ein System von Beziehungsnetzwerken regelt den Markt chinesischer Energieversorgungsunternehmen. Entwickelte Marktinstitutionen gibt es nicht. Ausländische Unternehmen sollten dies akzeptieren und ihre Strukturen und Geschäftspraktiken daran ausrichten, wenn sie mit den chinesischen Unternehmen wachsen wollen. Die Strukturen US-amerikanischer oder europäischer Energieversorgungsmärkte in China nachzubilden, stellt nur ein weiteres Wachstumshemmnis für sie dar.

Redakteur: Oranus Mahmoodi

Quelle: pressetext

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