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Martin Bonow, Vorstand Genossenschaftsverband, Ex-Bundesumweltminister Prof. Klaus Töpfer sowie die juwi-Vorstände Fred Jung und Matthias Willenbacher (von rechts) plädierten bei der Pressekonferenz in Wörrstadt für den nachhaltigen Ausbau einer dezentralen Versorgung mit erneuerbaren Energien.

Wörrstadt, 28. Oktober 2009 - Auf der heutigen Pressekonferenz der Energiefachtagung bei juwi in Wörrstadt brach Ex-Bundesumweltminister Klaus Töpfer eine Lanze für dezentrale Energielösungen. Erklärtes Ziel ist der nachhaltige Klimaschutz mit Hilfe von erneuerbaren Ressourcen als Vor-Ort-Lösungen - z. B. in Form von Bürgergenossenschaften unter kommunaler Einbindung.

Diese sind bundesweit im Kommen. Rund 180 Fachleute diskutierten zusammen mit Energie-Experten tragfähige Lösungsansätze. Hierzu gehörten auch die drei diesjährigen Preisträger des GenoPortal Awards Energie, die für ihr Engagement regionaler Energieversorgung ausgezeichnet wurden: Die Energiegenossenschaft Odenwald eG, schleswig-holsteinische Kompetenzzentren Windenergie eG sowie das Institut für Brennholztechnik in Bad Wildungen.

Töpfer: Klimaschutz vor der Haustür

In immer mehr Regionen nehmen die Menschen die Energieversorgung selbst in die Hand. Sie schließen sich in Genossenschaften zusammen und betreiben gemeinsam regionale Solar-, Wind- oder Bioenergieanlagen. Sie wollen sich unabhängig machen von teuren Rohstoffimporten und von Großkonzernen - und sie wollen saubere Energie. Ein dezentrales Konzept, in dem viele Experten die Energieversorgung der Zukunft sehen.

„Wir müssen mit Solardächern, Windrädern, Biomasse und Geothermie vor allem die dezentrale Energieversorgung ausbauen. So können wir das Klima schützen und gleichzeitig die Wirtschaft vor Ort ankurbeln“, sagte Prof. Klaus Töpfer, früherer Bundesumweltminister und Ex-UN-Untergeneralsekretär, heute bei der Tagung „Regionale Energieversorgung gestalten“, die von Genoportal, dem Gründungs- und Kompetenzzentrum des Genossenschaftsverbandes, und der juwi-Gruppe in Wörrstadt veranstaltet wurde. Mit der Tagung startet eine strategische Kooperation, mit der eine genossenschaftlich getragene regionale Energiewirtschaft auf Basis erneuerbarer Ressourcen forciert werden soll.

Ziel: 100 % saubere Energie

Rund 180 Teilnehmer aus Kommunen, Finanzinstituten und Gemeindewerken haben sich bei der Tagung über genossenschaftliche Möglichkeiten einer regionalen Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Ressourcen sowie über Wege kommunaler und bürgerlicher Zusammenarbeit informiert. „Die Genossenschaften erleben derzeit eine Renaissance. Allein in unserem Verband wurden in den vergangenen Monaten 14 Energieversorgungs-genossenschaften gegründet, in denen sich Menschen zusammengeschlossen haben, um gemeinsam unternehmerisch tätig zu werden und die Energieversorgung selbst zu organisieren“, sagte Martin Bonow, Vorstand des Genossenschaftsverbandes.

Dabei handelt es sich beispielsweise um „Bioenergiedörfer“, in denen die Nahwärmeversorgung genossenschaftlich organisiert ist oder um Genossenschaften, die Photovoltaik-Anlagen betreiben. Genossenschaften sind Zusammenschlüsse natürlicher und juristischer Personen mit dem definierten Förderziel, sich gemeinsam unternehmerisch zu betätigen.

Prof. Wolfgang George, Wissenschaftlicher Leiter Genoportal: „In einem genossenschaftlichen System sind die Mitglieder gleichzeitig auch Kunden und übernehmen die Verantwortung für die Energieversorgung. Die

Einbindung der Menschen vor Ort ist ungemein breit; das schafft ein hohes Maß an Akzeptanz, Identität und Engagement.“Regionale Energiewirtschaft ist aber auch ein Wegbereiter einer 100-prozentigen Versorgung mit erneuerbaren Energien.

„Stadt- und Gemeindewerke, die Regionalversorger und die Bürger werden zu regenerativen Energieerzeugern und Energieversorgern und können so dazu beitragen, dass die Region ihren Energiebedarf zu 100 Prozent aus heimischen und sauberen Ressourcen deckt und möglichst noch zusätzlich Energie exportiert“, betonte Prof. Karl Keilen, stellvertretender Abteilungsleiter Energie und Klimaschutz im rheinland-pfälzischen Umweltministerium.

Und diesen Weg der 100 Prozent, der über Investitionen sowie Gewerbesteuer- und Pachteinnahmen auch die regionale Wertschöpfung steigert und viele neue Arbeitsplätze schafft, wollen immer mehr Gebietskörperschaften gehen.

„Während die Politik auf Bundesebene über Laufzeiten von Atomkraftwerken und über 30-Prozent-Ziele für erneuerbare Energien debattiert, steigt die Zahl der Kommunen und Regionen zusehends, die sich zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgen wollen. In dieser Bewegung von unten können Genossenschaften eine tragende Rolle spielen; sie müssen wir unterstützen“, erklärte juwi-Vorstand Fred Jung.

Quelle: juwi-Gruppe

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