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Berlin, 30. August 2010, Umweltfreundliche Energiequellen und nachhaltige Energieerzeugung sind das eine. Ebenso wichtig ist, dass wertvolle Energie effizient genutzt wird. Wie hoch das Energiesparpotenzial hierzulande ist, war Thema der letzten Station der Energiereise von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wichtig sei eine intelligente Vernetzung der verschiedenen Energieträger, sagte sie zum Abschluss.

Die viertägige Energiereise der Kanzlerin hatte zum Ziel, das gesamte Energiespektrum in Deutschland in den Blick zu nehmen: von der Energieerzeugung bis zur Energienutzung. "Ein Mehrwert war dabei zu sehen, wie die verschiedenen Energieträger - herkömmliche und erneuerbare - zusammenwirken", resümierte die Merkel die Reise. Dies gelte etwa für die Regulierung der Netze und die systematischen Sicherung der Grundlast dort, wo viel Windstrom in die Netze fließt.

 

Merkel betonte, dass sich der Energiemix in den kommenden Jahren "dramatisch verändern" werde. Bis 2050 sollen die Erneuerbaren die Hälfte des Energiebedarfs decken. Eines Tages werde der gesamte Energiebedarf aus nachhaltig erzeugtem Strom gedeckt, sagte Merkel.

 

Ökologisch und Ökonomisch

 

"Es geht darum, diese Revolution so zu gestalten, dass die deutsche Wirtschaft dadurch nicht geschwächt, sondern gestärkt wird", unterstrich Merkel. Auf den Stationen ihrer Reise sei zudem immer wieder deutlich geworden, "dass Technologien, die wir verkaufen wollen, auch hierzulande genutzt werden müssen".

 

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle betonte ebenfalls, Deutschland sei bei den erneuerbaren Energien und in der Energieeffizienz auf den Weltmärkten führend. Deshalb sei Energiepolitik immer auch Standortpolitik.

 

Umweltminister Norbert Röttgen sprach von einer "enormen technologiebasierten Dynamik", die eine beeindruckende wirtschaftliche und ökologische Entwicklung antreibe. Das Plus-Energiehaus in Darmstadt zeige eindrücklich, dass teure Energieimporte von heimischer Produktion abgelöst werden. Allerdings sei diese sich abzeichnende Erfolgsgeschichte zunächst mit hohen Investitionen verbunden.

 

Bekenntnis zu den Brückentechnologien

 

Die Bundeskanzlerin plädierte dafür, den Prozess des Wandels frei von ideologischen Aspekten zu gestalten. Deshalb werde die Bundesregierung mit ihrem energiepolitischen Konzept "ein klares Bekenntnis" auch zu den Brückentechnologien Kernkraft und Kohle abgeben.

 

Wie sehr die Energieversorgungsinternehmen ihrerseits zum Ausbau der Erneuerbaren beitragen sollen, gelte es in den nächsten Wochen zu diskutieren.

 

Neuer Strom braucht neue Leitungen

 

Immer wieder sei ihr auf der Energiereise auch deutlich gemacht worden, wie dringend eine neue Infrastruktur für den Strom benötigt wird. Erforderlich seien leistungsfähigere Netzstrukturen und neue starke Leitungen: damit der aus Windkraft gewonnene Strom aus dem Norden auch in den Süden gelangen kann.

 

Die Kriterien: Wirtschaftlichkeit, Sicherheit , Umweltverträglichkeit

 

Vor dem Hintergrund der heute von Wissenschaftlern vorgelegten Energieszenarien erarbeitet die Bundesregierung bis Ende September nun ein ausgewogenes, zukunftsorientiertes Energiekonzept für den Zeitraum bis 2050.

 

"Damit kommt Planbarkeit in den Energiestandort Deutschland", unterstrich Merkel.

 

Wohnen mit wenig Energie

In Darmstadt hatte sich die Kanzlerin an ihrem letzten Reisetag ein Plus-Energiehaus angesehen. Sie könne sich durchaus vorstelllen in einem solchen Haus zu leben, sage die Kanzlerin.

Das Gebäude bietet bei geringstem Energieverbrauch attraktive Architektur und viel Wohnkomfort. Es ist mit den neuesten Techniken zur Wärmedämmung, Abwärmenutzung und Be- und Entlüftung ausgestattet. In Dach und Fassade ist eine Photovoltaik-Anlage eingebaut. Darüber erzeugt das Modellhaus erheblich mehr Energie, als es verbraucht.

Jetzt müsse es darum gehen, diese Innovation auch in die Baupraxis umzusetzen, so die Kanzlerin.

Mit Innovationen war auch der letzte Tag der Energiereise gestartet. Merkel besuchte in Rheinfelden die Baustelle eines neuen Wasserkraftwerkes. Die Anlage sei ein Beispielprojekt für Europa, ein gutes, modernes Kraftwerk, sagte die Kanzlerin nach der Besichtigung. "Wenn man sieht, dass hier Wirkungsgrade von 94 Prozent erreicht werden, muss ich als studierte Physikerin sagen: Chapeau, das ist toll."

Quelle: Bundesregierung

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