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Dresden, 19. Januar 2012, Deutschland braucht eine wettbewerbsfähige Solarindustrie. Weltweit steht „Made in Germany“ für leistungsfähige PV-Produkte mit hoher Lebensdauer bei hocheffizienten Wirkungsgraden. Sachsens Solarbranche gibt mit ihrem Know-how seit Jahren den Takt für den Einsatz neuer Materialien sowie der Entwicklung effizienterer Herstellungsmethoden vor. In Deutschland gefertigte Produkte stehen nach wie vor für herausragende Qualität: Deutsche Ingenieure waren und sind Vorreiter in der Entwicklung schlüsselfertiger Systeme und bezahlbarer Speichermöglichkeiten. Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Monaten deutlich verschärft: Preisverfall, Überkapazitäten und ein harter Wettbewerb mit hochsubventionierten Unternehmen aus Asien fordern die deutsche Solarbranche heraus.

Um diese Entwicklungen zu meistern, bündeln neun sächsische Unternehmen an Europas führendem Technologiestandort für Photovoltaik, Organische Elektronik und Mikro- und Nanotechnologie in der Region Dresden, Freiberg und Chemnitz sowie das Fraunhofer-Institut für Produktionsplanung und Automatisierung (FhG IPA) aus Stuttgart ihre Kompetenzen im Netzwerk „SolarCore“.

Solarbranche in Deutschland und Europa stärken

Zum Auftakt des neuen Jahres treffen sich heute die Netzwerkpartner in Kooperation mit dem sächsischen IKT-Branchenverband Silicon Saxony e.V. zum 1. SolarCore-Symposium 2012 in Dresden. „Wir zeigen Wege auf, um dem zunehmenden Preisdruck zu begegnen“, sagt SolarCore-Netzwerk-Manager Ernst-Günter Mohr. „Unser Ziel ist es, mit neuen branchenübergreifenden Technologien und Produkten einen Beitrag zu einer sicheren Zukunft der Solarindustrie in Deutschland zu leisten“, so Mohr weiter. „Die Rahmenbedingungen dafür sind gut: Wir profitieren von den ansässigen Technologieexperten in der Mikroelektronik, aber auch der organischen und gedruckten Elektronik, und wollen dieses Wissen nun in Fertigungsprozesse umsetzen, die neueste Materialien und Technologie-Know-how vereinen“, sagt Mohr. Automatische Fertigungsprozesse sind in der Mikroelektronik seit Jahren Standard und sollen nun in anderen Branchen Einzug halten.

Industrie- und Branchenexperten diskutieren Herausforderungen

Gemeinsam mit Vertretern aus Solarunternehmen wie SolarWorld Innovations GmbH (Freiberg) und SOLARWATT AG (Dresden) sowie Branchenexperten von Infineon Technologies Dresden GmbH (Dresden) und Roland Berger Strategy Consultants GmbH (München) diskutiert die Branche, wie 2012 als schwieriges Übergangsjahr für die Industrie erfolgreich gemeistert werden kann. Im Mittelpunkt stehen Entwicklungsprojekte zur Energieeffizienzsteigerung und Kostensenkung, um schnellstmöglich Kostengleichheit zu konventionell erzeugtem Strom herzustellen (Grid Parity). „Nur unsubventioniert erzeugter Solarstrom zum gleichen Preis wie Strom aus Gas, Kohle und Kernenergie wird in Zukunft auch beim Verbraucher eine Chance haben“, ist Mohr überzeugt.

Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Zu den vorgestellten Projektthemen gehören die Optimierung der Fertigungssteuerung und der Modulzuverlässigkeit sowie die Steigerung der Energieeffizienz in der Produktion. Darüber hinaus beschäftigen sich Netzwerkpartner mit automatisierungsgerechten Zellverpackungen und neuen Konzepten für ein kostenoptimiertes Datenmanagement. Die Projekte der mittelständischen SolarCore-Netzwerkpartner decken dabei die gesamte Wertschöpfungskette der Solarbranche ab -  im Bereich der siliziumbasierten Photovoltaikindustrie von den ersten Arbeitsschritten bei der Verarbeitung des Rohsiliziums über die Modulproduktion bis hin zur Ertragssicherung von Photovoltaik-Systemen, wie Solarkraftwerken oder privaten Kleinanlagen. Zum anderen werden die SolarCORE-Verbundaktivitäten aber auch Optimierungsmöglichkeiten für Prozesse in der Dünnfilmtechnologie aufzeigen.

„Mit unseren Vorhaben haben wir Ansatzpunkte für eine Kostenreduktion identifiziert. Wir erwarten hier konkrete Resultate für eine Optimierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Davon werden zuerst unsere Netzwerkpartner, aber auch die gesamte PV-Branche in Sachsen und Deutschland profitieren“, sagt SolarCore-Netzmanager Mohr. Dabei blicken die SolarCore-Partner über das unmittelbare Tagesgeschäft hinaus: „Wir haben durch unsere Projektarbeit Forschungsbedarf identifiziert, der an den Prognosen der Technologieentwicklung ausgerichtet ist“, so Mohr.

Organische Elektronik als Technologietreiber

Ein Schwerpunktthema ist deshalb die Organische Elektronik. Darin sieht SolarCore großes Zukunftspotenzial für den Standort Sachsen. Ein Highlight des Symposiums ist daher der Vortrag von Prof. Dr. Karl Leo von der Technischen Universität Dresden und Institutsleiter des Fraunhofer IPMS, der gemeinsam mit dem Novaled-Gründerteam erst kürzlich vom Bundespräsidenten Christian Wulff und der Bundesministerin für Bildung und Forschung Annette Schavan mit dem Deutschen Zukunftspreises geehrt wurde. Die Novaled AG ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich von OLED-Technologien und spezialisiert auf hocheffiziente OLED-Strukturen mit langer Lebensdauer.

Quelle: Netzwerk "SolarCore – Cost Reduction in der Photovoltaik-Produktion"

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