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San Francisco, 22. Februar 2013, Das Marktforschungsunternehmen Renewable Analytics hat die Auswirkungen der Erneuerbaren Stromerzeugung auf Großhandelsstrompreise in Deutschland in einer Studie zusammengefasst.

Zusammenfassung der Studie

Die Großhandelsstrompreise in Deutschland sind 2012 im Vergleich zum Jahr 2008 um über 6,145 Milliarden Euro gesunken. Renewable Analytics ermittelt als einer der Haupteinflussfaktoren die Erzeugung und Einspeisung von Erneuerbaren Energien und im speziellen von Photovoltaik- und Windenergieanlagen. Durch den Merit-Order-Effekt wurden traditionelle Kraftwerke durch Erneuerbare-Energien-Anlagen verdrängt.

Dadurch, dass Strom aus dezentralen Photovoltaikanlagen eingespeist wird, werden zentrale Erzeugungsanlagen wie Öl-, Kohle-, Nuklear- und Gaskraftwerke ersetzt. Die Betreiber zentraler Erzeugungseinheiten können ihre Kapazitäten in den Sommermonaten oder an windreichen Tagen nicht mehr profitabel betreiben.

Dieser über die Jahre schleichender Wandel hat Auswirkungen auf die Endverbraucher, die ständig mit stark steigenden Strompreisen ausgelöst durch Erneuerbare Energien, Netzausbau und der Notwendigeit von Reservekapazitäten rechnen müssen. Durch die steigenden Strompreise wird bei Verbrauchern auch der Wille, den Schritt in die Energieunabhängigkeit zu tätigen, größer: Die Nachfrage nach PV-Anlagen und Energiespeichern wird weiter steigen.

Erläuterungen

Im Dezember 2012 wurden in Deutschland 426 Millionen Euro weniger an der Strombörse für Strom ausgegeben als für die selbe Menge Strom im Jahr 2008 bezahlt wurde. Die Gesamtdifferenz zwischen 2012 und 2008 beträgt somit über 6,145 Milliarden Euro.

Im Dezember 2012 hatte die Photovoltaik-Stromerzeugung einen Anteil von 1,12 Prozent an der gesamten Stromerzeugung in Deutschland. Im November 2012 war der Anteil fast doppelt so hoch, nämlich 2,04 Prozent.

Im Januar 2013 hatte die PV-Stromerzeugung einen Anteil von 0,83 Prozent an der gesamten Stromerzeugung in Deutschland. Zum Vergleich betrug der Anteil im Januar 2012 1,36 Prozent, jedoch waren damals etwa 7,6 GW (Gigawatt) weniger PV-Leistung installiert.

In Sommermonaten mit mehr Sonnenstunden, konnte ein stärkerer Preisverfall am Großhandelsmarkt beobachtet werden. Die Preisunterschiede (€/MWh) sind am deutlichsten in Stunden mit sehr hoher Sonneneinstrahlung erkennbar.

2008 versus 2012

Die Preise pro MWh am Großhandelsmarkt im Jahr 2012 lagen deutlich unter den Preisen von 2008 und lassen Rückschlüsse auf zwei deutliche Trends am Großhandelsmarkt zu:

1) Die größten Preisunterschiede kommen in Sommermonaten zustande

2) In Monaten mit geringer Sonneneinstrahlung kommen die Preisunterschiede zu gleichen Teilen in Tages- und Nachtzeiten vor, während in Monaten mit hoher Sonneneinstrahlung die Unterschiede am Tag (bei Sonnenschein) wesentlich deutlicher sind, als in den Nachtstunden.

Diese beiden Trends bekräftigen den Eindruck, der sich bei einem Vergleich von zwei beliebigen Tagen in den Jahren 2008 und 2012 bietet: Preise im Jahr 2012 sinken mit Sonnenaufgang und bleiben unter dem Niveau von 2008 bis Sonnenuntergang; Preise in 2008 haben deutliche Peaks während des Tages (kongruent mit Nachfragespitzen, etwa Mittags oder in den späten Nachmittagsstunden).

Fakt ist: Der Einfluss von erneuerbaren Energien hat drastische nachhaltige Effekte auf Strompreise auf dem deutschen und europäischen Großhandelsmarkt.

Kostenvergleich Dezember 2012 vs. Dezember 2008

Die folgende Grafik veranschaulicht, wieviel weniger pro Tag im Jahr 2012 im Vergleich zu 2008 pro MWh an der EEX in Leipzig gezahlt werden musste. Die niedrigeren Preise im Dez. 2012, verglichen mit Dez. 2008, führen zu Einsparungen von 426 Millionen Euro.

Täglich gezahlte Euro (gesamtes Stromvolumen EPEX Spot) - Dez ‘12 Preise und Mengen verglichen mit Dez ‘08 Preisen und ‘12 Mengen

European Power Exchange

Bild: European Power Exchange http://www.epexspot.com/en/market-data/auction

Einsparungen pro Monat, Vergleich Tages- und Nachtzeiten

Die Einsparungen pro Monat im Vergleich der Jahre 2012 und 2008, sind in den Wintermonaten deutlich niedriger als in den Sommermonaten. Dies unterstreicht den Trend, dass ein stärkerer Preisverfall besonders in Monaten mit mehr Sonnenschein zu beobachten ist. Aufgrund dieser Entwicklung lässt sich behaupten, dass Stromerzeugung durch PV-Anlagen ein deutlicher Einflussfaktor auf die niedrigeren Preise im Jahr 2012 im Vergleich mit 2008 ist.

Einsparungen pro Monat in %, Vergleich Tages- und Nachtzeiten

Die prozentuale Verteilung der Einsparungen zu Tages- verglichen mit Nachtzeiten kongruiert beinahe zu 100 Prozent mit dem Verlauf der Jahreszeiten: Die höchsten Einsparungen am Großhandelsmarkt wurden zwischen 6:00 Uhr früh und 18:00 Uhr abends in Sommermonaten erreicht. Dies unterstreicht die Vermutung, dass PV-Stromerzeugung einer der Haupteinflussfaktoren auf die Großhandelsstrompreise ist.

Prozentuale Einsparungen pro Monat aufgeteilt in Tages- und Nachtzeiten - Renewable Analytics

 

Bild: % der Einsparungen pro Monat aufgeteilt in Tages- und Nachtzeiten ( Bemerkung: 6:00-18:00 Uhr = Day; 18:00- 6:00 Uhr = Night (2012 Preise und Mengen vs. 2008 Preise und 2012 Mengen) Quelle: Renewable Analytics LLC

Auswirkungen

  • Steigende Solarstromerzeugung führt zu sinkenden Preisen am Großhandelsmarkt.
  • Sinkende Kosten für die Installation von PV-Systemen führen zu negativen Effekten auf Margen und Absatzmengen der großen Stromversorger.
  • Deutschland hat derzeit deutliche Überkapazitäten an konventionellen Kraftwerken.
  • Der aktuelle Weg der Berechnung der EEG-Umlage berücksichtigt die Effekte von erneuerbaren Energien auf den Großhandelspreis nur unzureichend.

Weitere Informationen und Grafiken finden Sie in der Studie "Auswirkungen der Erneuerbaren Stromerzeugung auf Großhandelsstrompreise in Deutschland - Zusammenfassung 2012 und Januar 2013" von Renewable Analytics LLC.

Lesen Sie auch unseren Beitrag über "zukunftsorientierte" Energiekonzerne in der März-Ausgabe der Energiefacetten.

Quelle: Renewable Analytics LLC

Kommentare   

#1 Herbert Hannsen 2013-02-25 11:20
Nette Zusammenfassung aaaaber: Warum ausgerechnet 2008 als Vergleichszeitraum, das Jahr, in dem die Strompreise völlig verrückt spielten? 2006 wäre doch auch gegangen und die Ergebnisse wären weniger angreifbar gewesen. Gleiches Problem in der BEE-Studie vor ein paar Wochen...

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