Baden-Baden, 20. Februar 2012, Die Energiewende, was war das bloß nochmal? Weg von Atomkraft, hin zu fossilen Energieträgern? In der Wikipedia wird der Begriff wie folgt definiert:

"Als Energiewende wird die Realisierung einer nachhaltigen Energieversorgung bezeichnet. Insbesondere Erneuerbare Energien (Windenergie, Wasserkraft, Sonnenenergie, Bioenergie, Geothermie, Wellenenergie) werden als Alternative zu fossilen Energieträgern (Öl, Kohle, Erdgas) und Kernbrennstoffen (Uran) verstanden. Das Energiesparen und eine höhere Energieeffizienz spielen eine wichtige Rolle. Mit Energiewende wird der Teil der Rohstoffwende bezeichnet, der die Energierohstoffe betrifft."

Die derzeitige Politik indessen sieht die Energiewende ein wenig anders. Eine Mischung aus Offshore-Windparks, Kohlekraftwerke, Öl und Erdgas. Die Photovoltaik hat in der "Energiewende" nichts verloren.

Dr. Franz Alt wendet sich erneut zu diesem Thema an die Öffentlichkeit. Zusammengefasst betitelt er Wirtschaftsminister Philipp Rösler als energiepolitischen Geisterfahrer mit einem Brett vor der Sonne. Zu milde ausgedrückt? Ja, der Meinung sind wir zumindest.

Der Begriff Energiewende tauchte erstmals als Titel einer vom Öko-Institut 1980 erarbeiteten wissenschaftlichen Prognose zur vollständigen Abkehr von Kernenergie und Energie aus Erdöl auf. In den darauf folgenden Jahrzehnten erweiterte sich der Begriffsumfang. Wir sind der Meinung, dass der Begriff Energiewende durch unsere derzeitige Bundesregierung verschmutzt und missbraucht wird.

Kommentar von Dr. Franz Alt: Wo bleibt die Energiewende?

Vor acht Monaten hat die Bundesregierung die Energiewende beschlossen. Es war die angemessene Reaktion auf die Katastrophe von Fukushima. Die Erneuerbaren sollten bis 2020 35 Prozent des Stroms bereitstellen, 20 Prozent der Energie soll bis zum gleichen Zeitraum eingespart und die Energieeffizienz um ebenfalls 20 Prozent erhöht werden.

Doch nichts oder fast nichts geschieht wirklich. Im Gegenteil: Auf vielen Ebenen wird die Energiewende behindert. Der Bundeswirtschaftsminister will die Photovoltaik- Industrie kaputt machen, der Bundestag hat noch immer keinen Energiewende- Beauftragten wie ihn die Ethikkommission unter Klaus Töpfer empfohlen hatte und von den notwendigen 4.500 Kilometer neuen Stromleitungen, um den Nordsee- und Ostsee- Windstrom nach Westen und Süden zu bringen, sind gerade mal 12o Kilometer gebaut.

Auch regionale Verteilernetze werden nicht ausgebaut. Die großen Stromfirmen stoppen ihre Offshore-Windprojekte. Sie fordern von der Politik bessere Rahmenbedingungen. Der erste große Offshore-Windpark von RWE ist über ein Jahr hinter der Planung her. Jetzt zeigt sich, dass Offshore-Windstrom mindestens um 50% teurer wird als Windstrom an Land.

Die Energiewende hat zurzeit vor allem eins: Gegenwind! Das Prestige-Projekt der Bundesregierung ist ernsthaft gefährdet.

Die Politik sollte jetzt rasch einen Energiewende-Gipfel organisieren und klare Ziele und Zeitvorgaben zu deren Erreichung festlegen. Die Energiewende sollte in einem Beschleunigungsgesetz zum bevorzugten Allgemeininteresse erklärt werden. Schließlich steht die energiepolitische Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit der zweitgrößten Industrienation auf dem Spiel.

Die Bundeskanzlerin muss dringend  den energiepolitischen Geisterfahrer Philipp Rösler stoppen. Vor allem er profiliert sich als Energiewende-Verhinderungsminister. Der Bundeswirtschaftsminister ist eine ernsthafte Gefahr die deutsche Wirtschaft und für die künftige Energiesicherheit in Deutschland. Er verkennt die größte, umweltfreundlichste und mittelfristig preiswerteste Energiequelle. Rösler hat ein Brett vor der Sonne.

Quelle: Dr. Franz Alt

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