photovoltaik-guide.de verwendet Cookies um Ihnen den bestmöglichen Service bereitzustellen. Indem Sie den Button "akzeptieren" klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

 

Berlin, 27. Dezember 2011, Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) unter Federführung von Stephan Kohler geht davon aus, dass die Strompreise in den nächsten 20 Jahren um etwa 20 Prozent steigen werden. Der Grund für die "massive" Erhöhung der Strompreise sei laut Auskunft der dena die Energiewende.

Wie die dena weiter mitteilt, sind die für den Jahreswechsel angekündigten Preiserhöhungen etlicher Stromanbieter ein Zeichen für einen langfristigen Trend. Ja, die Stromanbieter als Trendsetter und die dena als Trendforscher. Dumm nur, dass bisher jedes Jahr die Kosten für Strom angestiegen sind und der "Trend" schon Jahrzehnte andauert. Wäre es da nicht Zeit für eine Trendwende?

Nun ruft die dena die Politik, Wirtschaft und Verbraucher dazu auf, endlich Strom zu sparen und zwar in Form von Energieeffizienzsverbesserungen. Dafür werden Energieeffizienzmärkte benötigt, die die Verbraucher in privaten Haushalten, in Gewerbe und Industrie, aber auch die öffentliche Hand beim Stromsparen unterstützen. Beispielsweise könnten so die jährlichen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt um bis zu 25 Prozent gesenkt werden. Über 50 Prozent des Stroms verbrauchen in Deutschland Gewerbe- und Industriebetriebe. Dort sollten verstärkt Effizienzprogramme realisiert werden.

Machen wir uns nichts vor

"Machen wir uns nichts vor", so die Worte des Trendforschers Stephan Kohler und Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. "Die Kosten für die Herstellung von Strom werden weiter steigen, wenn im Zuge der Energiewende erneuerbare und effiziente fossile Kraftwerke sowie Stromnetze und Speicher massiv ausgebaut werden. Das wird sich auch auf die Strompreise auswirken. So kommt die dena mit weiteren klugen Anmerkungen daher: "Wer Strom spart, sichert sich gegen den Preisanstieg ab." Aber irgendwann ist die Schwelle erreicht, in der einfach kein Strom mehr gespart werden kann, die Strompreise aber weiterhin massiv steigen. Macht uns die dena was vor? Denn, so die dena weiter, nur wenn wir konsequent Energie sparen, ist die Energiewende überhaupt zu schaffen und das sei in der politischen Diskussion noch nicht angekommen.

Verarschung pur

Angeblich wird in der politischen Diskussion viel zu eng auf die erneuerbaren Energien geschaut. Hat die dena die letzten politischen Diskussionen über Erneuerbare Energien verschlafen? Außerdem sollte lt. dena darauf geachtet werden, dass die Energiewende sozial verträglich gestaltet wird (bisher einzig kluge Anmerkung der dena). Sinnvoll seien daher auch Energieberatungen, Förderprogramme und Mikrokredite für den Kauf von energieeffizienten Geräten insbesondere für einkommensschwache Haushalte. Mal davon abgesehen, dass der effektive Jahreszins von Mikrokrediten teilweise weit über den von klassischen Krediten liegt. Ein Teufelskreislauf für einkommensschwache Haushalte!

dena macht die Rechnung auf

Ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt verbraucht nach Berechnungen der dena pro Jahr rund 4.500 Kilowattstunden Strom. Bei einem beispielhaften Strompreis von rund 24 Cent pro Kilowattstunde belaufen sich die jährlichen Kosten auf 1.080 Euro. Mit energieeffizienten Geräten und einem optimiertem Nutzerverhalten kann der Verbrauch im Laufe der Zeit um bis zu 25 Prozent gesenkt werden. Damit hätte der Vierpersonenhaushalt im Jahr 2020 den Anstieg des Strompreises - um 20 Prozent auf 29 Cent - ausgeglichen und zusätzlich rund 100 Euro an Stromkosten gespart.

Der Austausch von herkömmlichen Glühlampen gegen energieeffiziente Leuchtmittel wie LED oder Energiesparlampen bringt eine Einsparung von bis zu 80 Prozent. Auch energieeffiziente Haushaltsgeräte verbrauchen deutlich weniger Strom als vergleichbare Geräte, die vor zehn Jahren gekauft wurden. Bei Kühl- und Gefrierschränken liegt der Vorteil je nach Gerätetyp bei 45 bis 60 Prozent. Moderne Wäschetrockner sparen bis zu 60 Prozent Strom, Geschirrspüler über 40 Prozent, Waschmaschinen über 30 Prozent. Schließlich gibt es auch in der Unterhaltungselektronik große Unterschiede. Ein Fernseher der Energieeffizienzklasse A verbraucht zum Beispiel bis zu 50 Prozent weniger Strom als ein Gerät der Energieeffizienzklasse C.

Was will uns die dena damit sagen? Kaufen Sie sich für etliche tausend Euro neue Geräte um den Strompreisanstieg auszugleichen und evtl. noch 100 Euro an Stromkosten zu sparen? Schön für die Haushalte die sich das leisten können, aber denen wird der Ansteig der Strompreise auch egal sein.

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler

You have no rights to post comments