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Berlin, 09. Mai 2011, Zur heute von Dena-Chef Stephan Kohler erhobenen Forderungen nach dem Neubau von Steinkohlekraftwerken erklärt Oliver Krischer, Sprecher für Energie- und Ressourceneffizienz:

Die Forderung nach dem Neubau von Kohlekraftwerken mit einer Leistung von 10.000 bis 12.000 Megawatt ist energiewirtschaftlich blanker Unsinn. Stephan Kohler versucht offenbar, das Geschäftsmodell seiner Geldgeber zu retten, bei denen er schon mal beinahe im Vorstand gesessen hat.

Gegenwärtig befinden sich in Deutschland bereits circa 11.500 Megawatt an Kohlekraftwerkskapazität im Bau beziehungsweise wurden bereits genehmigt. Hinzu kommt der Bau mehrerer Gaskraftwerke und vor allem der deutlich fortschreitende Ausbau der erneuerbaren Energien. Diese Kapazitäten reichen locker aus, um die Stromerzeugung in den 17 deutschen Atomkraftwerken mit ihrer Gesamtleistung von circa 20.000 Megawatt zu kompensieren. Dies gilt umso mehr, da in den vergangenen Jahren viele Reaktoren, wie zum Beispiel der Pannenreaktor in Krümmel, kaum noch am Netz waren. Selbst bei einem schnellen Ausstieg aus der Kernenergie ist die Versorgungssicherheit in Deutschland auch ohne neue Kohlekraftwerke mit vertretbaren Strompreisen gesichert.

Technisch sind Kohlekraftwerke für den Energiemix des 21. Jahrhundert ebenfalls ungeeignet. So benötigen sie Stunden um angefahren zu werden und sind deshalb viel zu unflexibel, um die schwankende Stromeinspeisung aus Wind und Sonne bei Bedarf schnell auszugleichen. Unter diesen Bedingungen ist ein Kohlekraftwerk nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben. Viele Stadtwerke, die in den vergangenen Jahren in Kohlekraftwerke investiert haben, bereuen dies heute bitter.

Der Ausstieg aus der Kernenergie schafft stattdessen viel mehr Raum für klimafreundliche Investitionen und Innovationen. Der Ausbau von erneuerbaren Energien und von Effizienztechnologien wie der Kraft-Wärme-Kopplung sind der Garant einer sicheren, zukunftsfähigen und nachhaltigen Energieversorgung. Was bleibt ist die Hoffnung, dass sich diese Erkenntnisse eines Tages auch bei der Dena und ihren Geldgebern durchsetzt.

Quelle: Bündnis 90/Die Grünen

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