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Hamburg/Frankfurt, 09. Dezember 2010, Der finanziell massiv ins Straucheln geratene deutsche Solarriese Conergy hat heute die längst überfällige Trennung von seinem Windkraftgeschäft bekannt gegeben. Veräußert wird das deutsch-französische Windsegment samt dem Betriebsvermögen an einen Fonds der britischen Impax Asset Management. Details über den Kaufpreis wurden nicht veröffentlicht.

Keine Überraschung

"Conergy hatte den Verkauf zuvor bereits angekündigt. Von daher war der Schritt zu erwarten gewesen. Das Windprojektgeschäft wurde auch als nicht fortgeführte Aktivität ausgewiesen", sagt Independent-Research-Analyst Sven Diermeier gegenüber pressetext. Als Grund für die Probleme Conergys sieht der Branchenbeobachter weniger die Strategie des Unternehmens. Vielmehr habe es am Markt und fehlenden Management-Strukturen gelegen.

Der kombinierte Asset/Share-Deal zwischen der Conergy-Tochter Epuron bezieht sich auf die deutschen Windentwicklungs-Aktivitäten am Standort Hamburg, alle Geschäftsanteile an drei bereits im Betrieb befindlichen Windparks in Ostdeutschland, das Betriebsführungsgeschäft der CSO Energy und auf das gesamte Epuron-Windgeschäft in Frankreich. An der Börse wird die Konsolidierung sowie die Konzentration des Managements auf das Kerngeschäft goutiert.

Epuron zu über 80 Prozent verkauft

Bei Redaktionsschluss der Meldung (13:57 Uhr) notiert das Conergy-Papier mit 0,57 Prozent leicht im Plus bei 0,53 Euro. Laut den Hamburgern erhält der Investor nicht nur 23 Megawatt an sich im Betrieb befindliche Windparks, sondern auch eine Entwicklungs-Pipeline von 93 Megawatt in Deutschland sowie 285 Megawatt in Frankreich. Von letzterer befinden sich 75 Megawatt zudem im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium, unterstreicht das Unternehmen.

Conergy hatte sich im Zuge weitreichender Investitionen in eine Vielzahl Geschäftsfelder bis 2007 einen Bruch gehoben. Vor allem die Tochter Epuron, die eigenen Angaben nach bereits zu über 80 Prozent verkauft sein soll, machte dem Konzern lange schwer zu schaffen. Allein in den ersten neun Monaten belastete Epuron das Nachsteuerergebnis mit 5,8 Mio. Euro und sorgte so für einen Konzernverlust von fünf Mio. Euro. Seither droht der Firma die Insolvenz.

Die Lage ist ernst. Denn einige Banken hatten zuletzt Kredite, die Conergy gegenwärtig in Anspruch nimmt, an Hedge Fonds verkauft - allen voran an die als aggressiv agierendend bekannten York Capital und Sophic Capital. Einigen sich die Banken sowie Anteilseigner, darunter auch die Hedge Fonds, bis zum 21. Dezember nicht auf eine Umschuldung, droht Conergy endgültig das Aus.

Redakteur: Florian Fügemann

Quelle: pressetext

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