photovoltaik-guide.de verwendet Cookies um Ihnen den bestmöglichen Service bereitzustellen. Indem Sie unsere Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Blaubeuren, 11. Juli 2012, Mit dem Solarunternehmen centrotherm photovoltaics AG meldet ein weiteres PV-Unternehmen Insolvenz an. centrotherm photovoltaics musste gestern beim zuständigen Amtsgericht Ulm einen Antrag auf Einleitung eines Schutzschirmverfahrens stellen und in Zusammenhang damit die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Das Unternehmen versucht durch die Eigenverwaltung und den eingeschlagenen Sanierungskurs von selbst wieder auf die Beine zu kommen.

Unterstützend hat der Aufsichtsrat der centrotherm photovoltaics AG auch den Sanierungsexperten Tobias Hoefer in den Vorstand berufen. Der Rechts- und Fachanwalt für Insolvenzrecht Tobias Hoefer ist auf komplexe Sanierungen von Konzernen spezialisiert.

Die Insolvenz betrifft auch die Tochtergesellschaften centrotherm thermal solutions GmbH & Co. KG sowie die centrotherm SiTec GmbH. Die Aktivitäten der Gesellschaften centrotherm management services GmbH & Co. KG und centrotherm cell & module GmbH sollen im Zuge der Eigensanierung voraussichtlich in der AG gebündelt werden. Alle anderen in- und ausländischen Tochtergesellschaften arbeiten weiter wie bisher und nehmen nicht am Schutzschirmverfahren teil.

Während der auf drei Monate befristeten Phase des Schutzschirms ist das Unternehmen vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnahmen der Gläubiger weitgehend geschützt und bleibt voll handlungsfähig.

Nach Überzeugung von Vorstand und Aufsichtsrat der centrotherm photovoltaics AG ist dieser Schritt in der gegenwärtig schwierigen Lage der Gesellschaft die beste Option, um die eingeleitete Sanierung der Gruppe im Interesse von Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, Aktionären und Gläubigern erfolgreich abzuschließen und so den Fortbestand zu sichern.

Schutzschirmverfahren schafft Spielraum für nachhaltiges Zukunftskonzept

Tobias Hoefer: „Ich verstehe meine neue Aufgabe vor dem Hintergrund des Schutzschirmverfahrens als Moderator der Interessen aller Verfahrensbeteiligter. Denn es muss das gemeinsame Ziel aller sein, das Unternehmen centrotherm trotz des gravierenden Markteinbruchs zu erhalten und in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Wenn das gelingt, profitieren alle davon. Das Schutzschirmverfahren bietet die besten Chancen dazu und ich denke, dass meine mehr als 15jährige Erfahrung als Unternehmenssanierer wie als Insolvenzverwalter bei dem dafür notwendigen Ausgleich der Interessen von Nutzen sein kann.“

Geschäftsbetrieb soll weiter laufen

Der Geschäftsbetrieb bei der centrotherm photovoltaics AG und den übrigen Gesellschaften der Gruppe läuft derzeit unverändert weiter.

Vorstandssprecher Robert M. Hartung: „Unsere Kunden erhalten wie gewohnt Engineering sowie Dienstleistungen, Technologie und Produkte in erstklassiger Qualität von centrotherm. Der Schutzschirm nach dem ESUG schafft den notwendigen Spielraum, um ein im Interesse aller Verfahrensbeteiligten liegendes ausgewogenes und nachhaltiges Zukunftskonzept zu realisieren. Gleichzeitig bleibt die centrotherm photovoltaics AG selbst handlungsfähig. Da wir weiterhin zahlungsfähig sind, können wir sowohl Kundenaufträge planmäßig abarbeiten, wie auch unsere Lieferanten bezahlen“

Allerdings dürfen Verbindlichkeiten, die vor der Antragstellung begründet wurden, während des Schutzschirmverfahrens nicht beglichen werden. Sie sollen jedoch im Rahmen des mit den Gläubigern abgestimmten Sanierungskonzepts bestmöglich befriedigt werden.

Kernelemente der Sanierung des centrotherm photovoltaics Konzerns

Die Konzentration auf die technologischen Stärken und Kerngeschäftsfelder, wie den Maschinenbau für den Energie- und High-Tech-Industriebereich sind dabei die Grundpfeiler des Zukunftskonzepts, das in den nächsten Wochen noch weiter ausgearbeitet werden soll. „Bei thermischem Equipment und den damit verbundenen Technologien waren und sind wir Weltmarktführer. In diese Kompetenz müssen und werden wir weiter investieren, um unseren Technologie- und Wettbewerbsvorsprung zu halten“, macht Robert M. Hartung deutlich.

centrotherm könne mit seinen Produkten Technologie- und Effizienzmotor der globalen Energiewende sein und die sogenannte Grid Parity verwirklichen, nämlich Strom aus Photovoltaik gegenüber konventionellen Energieträgern wettbewerbsfähig zu machen. Gerade in neuen Märkten wie der MENA-Region (Mittlerer Osten und Nordafrika) verzeichne centrotherm photovoltaics daher eine hohe Nachfrage. Dies eröffne große Potenziale für die Zukunft. Im Unterschied zur bisherigen Vorgehensweise werde man bei der Erschließung dieser Potenziale allerdings bei Großprojekten nur noch als Technologiepartner Expertise und Produkte einfließen lassen, um damit Risiken zu begrenzen, so Robert M. Hartung.

Angesichts des konjunkturellen Einbruchs der Solarindustrie in den vergangenen Monaten und der daraus folgenden Auftrags- und Umsatzrückgänge sind jedoch weitere Kapazitätsanpassungen und Kostensenkungen erforderlich. „Wir brauchen weitere Strukturanpassungen, um den Bestand unseres Unternehmens für die Zukunft zu sichern. Damit erhalten wir die Wettbewerbsfähigkeit von centrotherm in einer schwierigen Marktsituation“, betont Restrukturierungsvorstand Jan von Schuckmann. „Parallel werden wir weiterhin in Forschung & Entwicklung investieren und unsere außergewöhnliche Marktposition ausbauen.“

Quelle: centrotherm photovoltaics AG

You have no rights to post comments