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Berlin, 19. Oktober 2010, Über 16 Prozent des Stroms in Deutschland stammt aus erneuerbaren Quellen. Die Kosten dafür steigen im nächsten Jahr. Das ergibt sich aus den bislang gültigen Vergütungssätzen. Der Kostenanstieg soll jedoch mit der aktuellen Förderung gedämpft werden. Von 2 Cent auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde steigt die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energie 2011. Das ist eine Steigerung um 70 Prozent und bedeutet Mehrkosten von 60 Euro im Jahr pro Haushalt. Mit der Novellierung des Eneuerbaren-Energie-Gesetzes sorgt die Bundesregierung dafür, dass der geplante Zuwachs an alternativer Energie bezahlbar bleibt. 

 

Markteinführung von Zukunftstechnologien

 

Der Verbrauch von Öl, Gas und Kohle hat klimaschädliche Auswirkungen. Diese Energieträger müssen überwiegend nach Deutschland importiert werden. Eine zeitige Umstellung auf regenerative Energie, die hier in Deutschland produziert wird, zahlt sich langfristig wirtschaftlich aus. 350.000 Menschen sind in der Branche bereits beschäftigt. Fünf Milliarden Euro bleiben heute schon in Deutschland, weil sie an Rohstoffimporten gespart werden.

 

Die Umlage des Erneuerbaren Energiegesetzes dient dabei als Anschubfinanzierung: Das heißt, eine Zukunftstechnologie wird zunächst staatlich gefördert. Durch Produktivitätsfortschritte und Massenumsatz verbilligt sich die Technik, bis keine Subvention mehr erforderlich ist. Wichtig ist dabei allerdings, dass die Förderung regelmäßig an die positive Marktentwicklung angepasst wird.

 

Vergütungssätze sinken

 

Zusätzlich zu der gesetzlich bereits vorgesehenen Absenkung zum 1. Januar 2010 um zehn Prozent wurden mit Wirkung vom 1. Juli 2010 die Fördersätze für Photovoltaikanlagen auf Gebäuden um 13 Prozent und zum 1. Oktober um weitere drei Prozent gesenkt. Ähnliche Absenkungen gibt es für Freiflächenanlagen.

 

Entscheidend ist, dass die Vergütungssätze jedes Jahr an das Ausbauvolumen angepasst werden. Je mehr Anlagen errichtet werden, umso stärker führen entsprechend sinkende Kosten auch zu sinkenden Vergütungssätzen. Bei dem jetzigen Ausbautempo werden die Vergütungssätze zum 1. Januar 2011 voraussichtlich um weitere 13 Prozent sinken. Daraus ergibt sich eine deutliche Absenkung der Vergütung für Photovoltaik-Anlagen um insgesamt ein Drittel innerhalb nur eines Jahres.

Wie funktioniert das Erneuerbare?Energien?Gesetz (EEG)?

Es verpflichtet die Netzbetreiber:

  • Strom aus erneuerbaren Energien ist von den Erzeugern vorrangig in das Stromnetz einzuspeisen
  • und den Anlagenbetreibern hierfür mindestens zwanzig Jahre lang eine gesetzlich festgelegte Mindestvergütung zu zahlen. Diese ist derzeit höher als der Marktpreis, weil regenerative Energie noch teurer ist als konventionelle Energiegewinnung.
  • Die Differenz aus der Einspeisevergütung und den Marktpreisen für Strom wird über eine so genannte EEG?Umlage auf die Stromkunden überwälzt werden.

Diese Mindestvergütungssätze orientieren sich an den jeweiligen Erzeugungskosten der einzelnen Sparten und eingesetzten Techniken. Sie berücksichtigen über Degressionsfaktoren die künftig möglichen Produktivitätsfortschritte und Kostensenkungen.

 

Wann steigen die Kosten, die durch das EEG entstehen?

  1. Wenn die Zahl der Anlagen und damit die Strommenge steigt: Die Netzbetreiber müssen mehr Strom zur festgeschriebenen Einspeisevergütung abnehmen.
  2. Wenn die Beschaffungskosten für Strom sinken: Je niedriger der Marktpreis für Strom, desto größer die Differenz zu der Mindestvergütung für Strom aus regenerativen Quellen. Weil der Strompreis insgesamt niedriger ist, dürfte die Stromrechnung in diesem Fall nicht höher ausfallen. Größer wird nur der Anteil der EEG-Umlage am Gesamtpreis.

Quelle: Bundesregierung

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