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Berlin, 08. September 2010, Erneuerbare Energien sind Dreh- und Angelpunkt des Energiefahrplans, den die  Bundesregierung vorgelegt hat. Stattdessen wird die Diskussion zu oft verkürzt auf Kernenergie und Laufzeitverlängerung.

Das Energiekonzept, so Bundeskanzlerin Angela Merkel, wird "zurzeit viel zu stark aus dem Blickwinkel der Kernenergie und zu wenig aus dem Blickwinkel der Förderung von erneuerbaren Energien diskutiert". Wer das Gesamtkonzept anschaue, könne erkennen, dass es da eine faire Lastenverteilung gebe.

 

Anteil der Erneuerbaren auf 80 Prozent steigern

 

Bis 2050 soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Strom 80 Prozent betragen. Stromerzeugung aus Kohle wird es dann nicht mehr geben. Derzeit beträgt der Anteil 16 Prozent.  Deshalb brauche man eine Brückentechnologie, so Umweltminister Norbert Röttgen. Dazu habe die Bundesregierung das klimaverträglichste, effizienteste und langfristigste Energieprogramm vorgelegt, das es je gegeben habe, sagte Röttgen im "Deutschlandfunk"-Interview.

 

Das erkennt auch die Wissenschaft an: "Ich habe noch keine Regierung gesehen, die sich derart ambitionierte Ziele setzt. Das ist weltweit einmalig in dieser Dimension," analysiert Claudia Kemfert, Energieexpertin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

 

Seriöse Fakten, realistische Berechnungen

 

Dies ist gewiss ein anspruchsvolles Ziel. Aber im Gegensatz zu früheren, politisch begründeten Szenarien der Energiepolitik beruht dieser Fahrplan auf seriösen Fakten und realistischen Berechnungen. Und auf einem energiepolitischen Gesamtkonzept, das die Kernkraft nicht mehr isoliert betrachtet.

 

Die Frage von Laufzeitverlängerungen bei Kernkraftwerken "ist nur eines von vielen notwendigen Etappenzielen beim Umbau hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung," lobt die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Hildegard Müller. Sie nennt das Programm einen "großen Schritt in die richtige Richtung".

 

Forschungsanstrengungen und große Investitionen

 

Der aktuelle Anteil von 16 Prozent der erneuerbaren Energien am Strom ist bereits eine erfreuliche Steigerung. Vor zehn Jahren waren es erst vier Prozent. Aber realistisch können sie im Hauptlastbereich derzeit andere Energieformen noch nicht ersetzen. Dazu bedarf es weiterer großer Forschungsanstrengungen sowie des Baus von Anlagen. Außerdem müssen dafür Speicherkapazitäten und Versorgungsnetze bereit gestellt werden. Bis dahin bleibt die Kernenergie eine unverzichtbare Brücke - so kurz wie möglich und so lange wie nötig.

 

Kernkraftwerke machen sich überflüssig

 

Die Verbindung zu den erneuerbaren Energien ist klar und einfach: Ein wesentlicher Teil der Gewinne aus der Laufzeitverlängerung fließt in die notwendigen Investitionen auf dem Weg ins Zeitalter der erneuerbaren Energien. Milliardenbeträge, die im Ergebnis über die Hälfte der Zusatzgewinne der Kraftwerkbetreiber abschöpfen.

 

Oft hilft der Blick von außen. So fasst die niederländische Tageszeitung TROUW zusammen: "Der Kompromiss ist insgesamt schlau. Energiekonzerne ... müssen Milliarden beitragen zur Erschließung nachhaltiger Energie. Wenn alles nach Plan läuft, machen sich die Kernkraftwerke selbst überflüssig." 

Quelle: Bundesregierung

Kommentare   

#1 Erhard 2010-09-08 14:55
Die Bundesregierung redet zwar von Erneuerbaren Energien aber von denen die zentral produziert werden. Entweder im Meer oder in der Wüste.(Extremdarstellung)
Die Planungen für Windkraft an Land und Photovoltaik auf den Dächern der Bürger sind in diesem Konzept in ca. 7 Jahren erschöpft.

Dezentral und regionale Wertschöpfung sieht anders aus.

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