photovoltaik-guide.de verwendet Cookies um Ihnen den bestmöglichen Service bereitzustellen. Indem Sie den Button "akzeptieren" klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

München, 30. November 2010, Im Rahmen seiner Israel-Reise besuchte Bundespräsident Christian Wulff am 29. November das Siemens-Werk in Bet Shemesh rund 20 Kilometer westlich von Jerusalem. Dort fertigt Siemens hocheffiziente Solarreceiver, eine Schlüsselkomponente für solarthermische Kraftwerke. Das deutsche Staatsoberhaupt informierte sich vor Ort über einzelne Produktionsschritte der High-Tech-Komponente und die Perspektiven der Nutzung der CO2-freien Sonnenergie. Im Oktober 2009 hatte Siemens den israelischen Solarthermie-Spezialisten Solel übernommen und so Kompetenzen in der Planung und dem Bau kompletter Solarfelder sowie der Entwicklung und Fertigung von Solarreceivern erworben. Mittlerweile wurde das Unternehmen in den Siemens-Konzern integriert und firmiert als Business Unit Solar Thermal Energy in der Renewable Energy Division.

„Die Perspektiven für solarthermische Kraftwerke sind gut“, sagte René Umlauft, CEO der Siemens Division Renewable Energy. „Die Sonnenergie wird künftig eine größere Rolle im Energiemix der Länder im Sonnengürtel der Erde spielen.“ Das Potenzial ist gewaltig: Eine Fläche von 300 km mal 300 km mit Parabolspiegeln in der Sahara würde ausreichen, um den gesamten Energiebedarf weltweit zu decken. „Solarthermische Anlagen werden auch eine entscheidende Rolle in dem visionären Wüstenstromprojekt spielen, für das die Industrieinitiative Dii ein technisches und wirtschaftliches Konzept entwickelt“, sagte Umlauft.

„Als einziges Unternehmen weltweit ist Siemens in der Lage, rund 70 Prozent eines solar-thermischen Kraftwerks aus einer Hand anzubieten“, sagte Avi Brenmiller, CEO der Business Unit Solar Thermal Energy. Siemens hat Komponenten wie den Solarreiver oder Dampfturbinen im Portfolio. Außerdem umfasst das Angebot auch Solarfelder oder den kompletten Stromerzeugungsteil. Die in Bet Shemesh hergestellten Solarreceiver kommen in so genannten Parabolrinnenkraftwerken zum Einsatz. In diesen Anlagen wird die Energie der Sonne durch Parabolspiegel auf kleiner Fläche gebündelt. In der Brennlinie der halb offenen Spiegel, die dem Lauf der Sonne nachgeführt werden, befindet sich ein Rohr, der Receiver. Dort zirkuliert eine Flüssigkeit als Wärmeträgermedium – derzeit meist ein synthetisches Thermo-Öl. Es erhitzt sich und gibt dann die Energie über einen Wärmetauscher an Wasser ab. Der so erzeugte Dampf produziert über einen Dampfturbosatz Strom.

Bei der Solarthermie ist die Entwicklung noch lange nicht ausgereizt. Siemens arbeitet intensiv daran, die Kosten für solarthermisch erzeugten Strom weiter zu reduzieren. Dank Weiter-entwicklungen wie der Optimierung des Wasser-Dampfkreislaufs, den Einsatz neuer Receiver-technologien oder von Wärmespeichern werden Solarthermie-Kraftwerke künftig deutlich effizienter und damit auch wirtschaftlicher sein. Mittelfristig soll an sonnenreichen Standorten die so genannte Erzeugerparität erreicht werden. Das heißt, die Stromerzeugungskosten aus solarthermischen Kraftwerken liegen dann genauso hoch wie der Marktpreis für Strom, der an der Strombörse gehandelt wird. Die Solarthermie-Technologie würde damit wettbewerbsfähig auf Kostenbasis, d.h. ohne Subventionen oder Anreizsysteme.

Komponenten und Lösungen für solarthermische Kraftwerke sind Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von rund 28 Mrd. EUR erzielte. Das macht Siemens zum weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum 270 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart, das ist so viel wie Hongkong, London, New York, Tokio, Delhi und Singapur in Summe an CO2 jährlich ausstoßen.

Quelle: Siemens AG

You have no rights to post comments