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Kolitzheim, 12. Mai 2010 - Mit einem Elektroauto zur Arbeit und wieder nach Hause? Geräusch- und emissionsfrei unterwegs? Elektromobilität wird in diesen Tagen groß geschrieben. Die Diskussion um eine vom Bayerischen Ministerpräsidenten gesuchte Modellstadt läuft im Freistaat auf Hochtouren. In und um Mainbernheim ist man schon einen Schritt weiter. Zusammen mit dem E-Werk in Mainbernheim hat die Kolitzheimer Firma Belectric DRIVE eine Initiative gestartet, bei der Elektroautos im Alltag zum Einsatz kommen.

Mobil mit Sonnenkraft. Elektroautos für den Alltagsgebrauch – genau das gibt es bei Belectric DRIVE

„Was Horst Seehofer sucht, könnten wir ihm zumindest teilweise jetzt schon bieten.“ Sebastian Bachmann macht keinen Hehl heraus, dass er die Kolitzheimer Firma Belectric Drive für einen der Vorreiter auf dem Gebiet der Elektromobilität hält. „Wir testen die Alltagstauglichkeit von Elektroautos bereits seit 2007“, erklärt der Geschäftsführer der Belectric Drive. 

Seit 2007 setzte das Photovoltaikzentrum Kolitzheim die umweltfreundlichen Elektrofahrzeuge zunächst als Firmenwagen ein. „Später haben dann auch Mitarbeiter und ihre Familien mitgemacht“, berichtet Sebastian Bachmann. Die Resonanz war durchweg positiv. Die schadstofffreien, geräuscharmen Fahrzeuge erwiesen sich als zuverlässige und kostengünstige Alternative zum herkömmlichen Benzin- oder Diesel-Pkw. Jetzt geht Belectric DRIVE den nächsten Schritt. „Wir wollen unsere Elektroautos einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen“, erläutert der Geschäftsführer. Jeder soll die Möglichkeit bekommen künftig sicher und sauber mobil zu sein. Wie? „Seit März 2010 vermieten wir Elektrofahrzeuge für den Langzeitgebrauch.“

Wer eine Pauschale von 300 bis 400 Euro (je nach Modell) pro Monat bezahlt und im Versorgungsgebiet eines kooperierenden Energieversorgers wohnt, erhält dafür eines der etwa 40 Elektrofahrzeuge, die im Kolitzheimer Fuhrpark bereit stehen. Die Miete deckt auch Service und Wartung sowie Vollkaskoversicherung und Steuern für das Fahrzeug ab. Gezahlt werden muss nur noch für die „Tankfüllung“. Und die ist erheblich billiger als die eines mit Kraftstoff betriebenen Pkw. Für 100 Kilometer wird Strom im Wert von drei bis vier Euro benötigt. Ein Benziner schlägt für die gleiche Strecke mit etwa zehn Euro zu Buche. „Außerdem stößt er dabei rund drei Kilogramm Kohlendioxid aus.“ Das Elektroauto dagegen fährt schadstofffrei. Belectric DRIVE geht noch einen Schritt weiter. „Wir koppeln Elektromobilität mit dem Ausbau erneuerbarer Energien“, führt der Geschäftsführer aus. Die Nutzer der Mietwagen sollen sich quasi die Sonne in den Tank holen.

Zu diesem Zweck hat man sich mit dem E-Werk Mainbernheim den ersten Kooperationspartner mit ins Boot geholt. „Unser Partner hat sich verpflichtet eigens für die E-Fahrzeuge zusätzliche regenerative Erzeugungskapazitäten aufzubauen.“ Ziel ist 100 Prozent Mobilität aus der Sonne. Das E-Werk Mainbernheim hat vor kurzem die erste 1-MW-Photovoltaikanlage für die Elektromobilität in seinem Versorgungsgebiet in Betrieb genommen. Sie produziert über das Jahr gemittelt genug Strom, um über 270 Elektrofahrzeuge betreiben zu können. „Der Jahresverbrauch eines Elektrofahrzeuges gleicht dem jährlichen Strombedarf eines Vier-Personen-Haushaltes“, berichtet Sebastian Bachmann. Grundlage der Berechnung ist eine Fahrstrecke von etwa 50 Kilometer am Tag. Dies entspricht der Strecke, die ein Großteil der Leute in der Region auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen zurücklegen. „Unsere Fahrzeuge stellen eine echte Alternative für den alltäglichen Pendel- und Überlandverkehr dar.“

Seit Beginn der Vermietung gab es eine rege Nachfrage nach unseren Elektrofahrzeugen. „Wir greifen dabei auf bewährte Technologien zurück.“ Das Elektroauto müsse für die Schaffung einer Modellregion nicht neu erfunden werden. In Frankreich gingen die in Kolitzheim verwendeten Fahrzeuge schon vor einigen Jahren in Serie. „Sie sind sicher, robust und alltagstauglich.“ Eine Spitzengeschwindigkeit von 110 Stundenkilometer ist im Stadt- und Pendelverkehr mehr als ausreichend. Genau wie die Reichweite. Mit einer Batterieladung kommt man im Sommer zwischen 70 und 90 Kilometer weit. Im Winter sind es knapp zehn Prozent weniger. Die Ladezeit der Batterie beträgt etwa sechs bis acht Stunden. Die Batterien können an jeder Steckdose aufgeladen werden. „Man kann also früh zur Arbeit fahren, sein Auto dann in aller Ruhe laden und am Abend geht es wieder nach Hause.“

Zusätzlich schafft Belectric DRIVE gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern eine eigene Ladeinfrastruktur. Dazu werden Ladeboxen in Carports, Garagen und auf Firmenparkplätzen installiert. Großer Vorteil: „Sie ermöglichen ein intelligentes Lastenmanagement, das bei wachsender Fahrzeugflotte nötig sein wird“, erläutert der Geschäftsführer. Sprich die Elektroautos werden zu Zeiten geladen, in denen der normale Stromverbrauch eher niedrig ist, zum Beispiel in der Nacht. Außerdem könnte man über die Säulen noch gezielter den Verbrauch regenerativer Energien steuern. „Unterfranken könnte zur lebendigen Modellregion in Sachen Elektromobilität werden“, macht Sebastian Bachmann noch einmal klar. Den Plänen von Horst Seehofer ist man in Kolitzheim in jedem Fall schon jetzt einige Schritte voraus.

Quelle: Belectric DRIVE

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