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Mit großer Betroffenheit geben wir bekannt, dass Georg Salvamoser gestorben ist. Er starb am vergangenen Sonntag im Alter von 59 Jahren.

Georg Salvamoser war nicht nur Gründer, Vorstandsvorsitzender und Hauptaktionär der Solar-Fabrik AG, sondern einer der Pioniere der Photovoltaik in Deutschland. Seine Verdienste für die Solar-Fabrik AG sowie die Erneuerbaren Energien in Deutschland drücken sich nicht nur durch die unzähligen Preise aus, die er persönlich oder die Solar-Fabrik AG erhalten hat (u.a. Eurosolar-Preis 1997, Umweltpreis der Bundesstiftung Umwelt 1998, Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg 2007), sondern sind auch in der breiten, persönlichen Wertschätzung, mit der sein Schaffen über die Region hinaus von allen gesellschaftlichen Schichten gewürdigt wurde, dokumentiert.

1996, als die Solarindustrie noch in den Anfängen steckte, gab Georg Salvamoser im Vertrauen auf die "solare Zukunft" seinen Posten als Werksleiter beim Fertighaushersteller Okal auf und machte sich mit seinem ersten Unternehmen, einem Installationsbetrieb für Solarstromanlagen, selbständig.

Fünf Jahre später gründete er die Solar-Fabrik als Modulfertigung in Freiburg - ohne öffentliche Subventionen und zu einem Zeitpunkt, als Mitbewerber den Produktionsstandort Deutschland aus Kostengründen verließen. Für das junge Unternehmen nahm er zusammen mit seiner Frau große persönliche Risiken auf sich. Es gelang ihm, den Schokoladefabrikanten Alfred Ritter als Mitgesellschafter zu gewinnen sowie weitere 100 stille Gesellschafter.

1997 ging die damals weltweit modernste Fertigungsanlage für Solarmodule in Freiburg in Betrieb. Bereits ein Jahr später, 1998, wurde Salvamoser für seine Verdienste um die Solarenergie mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet. Das damit verbundene öffentliche Interesse nutzte er konsequent, um das junge Unternehmen Solar-Fabrik voranzubringen. Ende 1998 bezog die Solar-Fabrik ihr preisgekröntes Gebäude, das mit seinem besonderen Energiekonzept als Nullemissionsfabrik beispielhaft wurde und bis heute Besucher aus aller Welt anzieht.

Salvamoser entwickelte immer neue Konzepte und Initiativen, um der Photovoltaik neue Märkte zu erschließen. Und er setzte sich von Anfang an engagiert für klare Förderrichtlinien in der Politik ein. 1999 wurde das 100.000-Dächer-Programm verabschiedet, 2000 das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Die Novellierung des EEG 2004 verhalf der jungen Solarbranche in Deutschland endgültig zum Durchbruch.

2006, zehn Jahre nach dem Start, legte Georg Salvamoser sein Amt als Vorstandsvorsitzender der Solar-Fabrik nieder. Das Unternehmen hatte sich in diesem Zeitraum zu einer international etablierten, börsennotierten Unternehmensgruppe entwickelt.

Salvamoser sah zu diesem Zeitpunkt wesentliche Ziele als erreicht an, zum anderen gab es für sein Ausscheiden auch gesundheitliche Gründe. Gleichwohl blieb er dem Unternehmen als Berater bis heute verbunden und war als Vorsitzender des Bundesverbandes Solarwirtschaft ein überzeugender und klar positionierter Repräsentant der Branche.

Was Georg Salvamoser neben seinen unternehmerischen Erfolgen besonders auszeichnete, waren nicht nur sein Idealismus, seine Visionen und seine ansteckende Begeisterungsfähigkeit, sondern, dass er im wahrsten Sinne des Wortes ein Menschenfreund war. Trotz seines beruflichen Erfolgs hat er immer die Bodenhaftung bewahrt. Es war für ihn selbstverständlich, sich Zeit auch für die persönlichen Belange seiner Mitarbeiter zu nehmen. Investitionen in Menschen waren ihm allemal lieber als die in Maschinen.

Er stand allen kulturellen und religiösen Unterschieden und Eigenheiten offen gegenüber, was u.a. an der Vielzahl von Nationalitäten der Mitarbeiter der Solar-Fabrik AG abzulesen ist. Eine seiner persönlichen Zielsetzungen war es, Arbeitsplätze zu schaffen und diese als Mittel der Integration aller kulturellen Schichten in die Gesellschaft zu nutzen. Dies ist ihm gelungen.

Herr Salvamoser verstarb im Alter von 59 Jahren, nur knapp drei Jahre nach seinem Ausscheiden als Vorstandsvorsitzender der Solar-Fabrik AG. Mit ihm verlieren der Aufsichtsrat und Vorstand einen hoch geschätzten Berater und einen lieben Freund.

Die Solar-Fabrik AG war von all seinen unternehmerischen Leistungen sein bevorzugtes Lebenswerk. In vielen Dingen ist die Solar-Fabrik AG noch immer geprägt von seinem Tun und Handeln. Der Vorstand ist sich dieses Vermächtnisses bewusst und bestrebt, sein Lebenswerk in seinem Sinne zu erhalten, zu stärken und auszubauen.

Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Ehefrau, seiner Tochter und den Angehörigen.

Quelle: Solar-Fabrik AG

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