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Waghäusel, 02. Dezember 2010, Christoph Sälzler ist Projektleiter der WIRSOL SOLAR AG und verantwortlich für die Qualität der von WIRSOL installierten Solarstromanlagen. Seit knapp 10 Jahren ist er in der Solarbranche tätig und gilt als ausgewiesener Experte für Fragen der Sicherheit und Effizienz von Photovoltaikanlagen. Die WIRSOL SOLAR AG hat einen Fragenkatalog erstellt, der die wichtigsten Fragen zu den momentanten Witterungsverhältnissen beantwortet.

Christoph Sälzler

Es wird kalt. Funktionieren die Photovoltaikanlagen nur bis zu einer bestimmten Temperatur?

Sälzler: Tatsächlich steigt der Wirkungsgrad der Solaranlage, wenn es kalt ist. Zwar erreicht im Sommer mehr Lichtenergie der Sonne die PV-Module und treibt die Stromproduktion nach oben, aber an klaren Wintertagen liegt der Stromertrag noch immer recht hoch – abhängig beispielswiese von dem Winkel, in dem die Module auf dem Dach liegen. Je steiler der Winkel, umso besser funktioniert die Anlage auch bei der im Winter niedrig stehenden Sonne.

Jedenfalls droht auch bei klirrender Kälte kein Ausfall der Photovoltaikmodule. Im Gegenteil: Je kälter es ist, desto höher ist der Wirkungsgrad.

Und was mache ich, wenn Schnee auf den Solarmodulen liegt?

Sälzler: Zunächst sollte man Ruhe bewahren. Beispielsweise möchte ich dringend davon abraten, bei kaltem Wetter mit der Gefahr von Eisglätte auf dem Hausdach den Schnee zu fegen. Das wäre erstens gefährlich und zweitens unnötig.

Der Ertragsausfall durch eine Schneedecke auf dem Dach und den Modulen, liegt bei einer fachmännisch installierten Photovoltaik-Anlage im einstelligen Prozentbereich. Wirsol berücksichtigt bei der Ertragsprognose bereits die Schnee-Phasen. D.h. ein paar Tage oder Wochen mit verschneiten Solarmodulen schmälern die Erträge nicht wesentlich.

Einerseits scheint die Sonne im Winter nur vergleichsweise kurz und der Einstrahlungswinkel ist auch nicht optimal, da die Sonne im Winter am tiefsten steht. Die von den PV-Modulen in Strom umwandelbare Energiemenge der Sonnenstrahlen wäre auch kleiner, wenn keine Schneedecke vorhanden ist. Eine dünne Schneedecke verdunkelt die Module auch nicht vollständig.

Bestehen besondere Gefahren wenn der Schnee schmilzt?

Sälzler: Der Schnee schmilzt tatsächlich schneller. Vor allem, wenn schon ein Teil der Module frei liegt. Dann erwärmt sich der übrige Teil vergleichsweise schnell und der schmelzende Schnee rutscht ab. Das ist jedoch vor allem bei dünner Schneedecke der Fall. D.h. wenn wir von echten Schneemassen reden, besteht immer die Gefahr durch Herabrutschen.

Die fachmännisch installierte Solaranlage leidet jedenfalls nicht unter der Schneelast, genauswenig wie bei Hagel, Regen oder Sturm.

Ist bei der PV-Anlage ein Frühjahrsputz notwendig?

Sälzler: Jedenfalls nicht auf dem Dach. Schlieren oder Wasser-Rückstände, wie beispielsweise kleine Kalk-Ablagerungen, behindern die Sonnenstrahlen äußerst wenig. Tatsächlich ist es gut, wenn Regen oder tauender Schnee die Anlage abspült. Das reicht völlig aus, um zum Beispiel Staub zu entfernen. Wer noch ein gesondertes Interesse daran hat, dass seine Photovoltaik-Anlage blitzblank ist, sollte sich an einen Fachmann wenden, der die Reinigung übernimmt. Es ist zwar nicht kompliziert die Module zu reinigen, aber in der Regel liegen die Teile auf dem Dach. Da sollte sich nur geschultes Personal aufhalten.

Halten Photovoltaik-Anlagen in Gegenden mit langen Wintern länger als in heißen Gebieten?

Sälzler: Tatsächlich hängt die Haltbarkeit der Solarmodule von der Zeit ab, die sie mit Sonnenstrahlen beschossen werden. Wenn beispielsweise ständig und volle Kraft die Strahlen auf die Module treffen, sind nach knapp 20 Jahren spürbare Ermüdungserscheinungen zu beobachten. Da sprechen wir allerdings von Wetterbedingungen, die wir in Wüstenregionen in Nähe des Äquators vorfinden.

In Deutschland liegt die Lebensdauer von Solaranlagen bei mehr als 20 Jahren. Wenn anschließend die ersten Leistungs-Gefälle auftreten, sind die erstens gering und außerdem kann die Anlage dann immer noch Jahrelang viel Strom produzieren.

Sollte ich einen Winter-Check bei meiner Anlage machen?

Sälzler: Ich empfehle zunächst den Aufbau der Anlage mit dem Auge einzuschätzen. Sind alle Verschraubungen an ihrem Platz? Haben sich Module vielleicht verschoben? Solche Dinge passieren gelegentlich bei nicht fachmännisch installierten Anlagen. Ansonsten wären sichtbare Mängel eine Überraschung. Sollten dennoch etwas Beunruhigendes zu sehen sein, ruft man am besten den Installateur. In der Regel fallen solche Mängel in die Gewährleistung, und eine Nachbesserung kostet in dem Fall nichts.

Woran erkennt man einen Fachmann?

Sälzler: Wenige Unternehmen haben Zertifikate wie das RAL-Siegel. Darauf kann man sich als Verbraucher verlassen. Wenn man jetzt aber die Solarstromanlage vom ortsansässigen Elektriker bezogen hat, würde ich als erstes nachsehen, ob dieser schon Erfahrungen bei der Installation von Photovoltaikanlagen vorweisen kann. Im besten Fall hat der Elektriker eine Dachdecker-Firma als Partner, die fachlich für den Aufbau auf Dachflächen qualifiziert ist. Diese Kenngrößen würde ich nachfragen. Bekommt man dann aber keine Antwort, die Sicherheit vermittelt, rate ich dazu, einen unabhängigen Experten heranzuziehen.

Im Ernstfall, wenn beim Aufbau der Anlage tatsächlich gepfuscht wurde, würde ich auch damit rechnen, noch den einen oder anderen Euro nachlegen zu müssen. In dem Fall bleibt nur, das als Lehrgeld zu betrachten. Aber die Sicherheit und Qualität der Anlage sollte es jedem wert sein.

Schnee auf einer Solarstromanlage

Quelle: WIRSOL SOLAR AG

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