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Köln, 20. Mai 2010 - TÜV Rheinland hat ein neues Prüfverfahren entwickelt, mit dem Photovoltaikmodule im Hinblick auf eine hohe Belastung mit Ammoniak geprüft werden können. Das neue TÜV Rheinland- Prüfzeichen „Ammonia Resistance Tested“ ist insbesondere für Module relevant, die auf landwirtschaftlich genutzten Gebäuden installiert werden sollen. Das Verfahren wurde von den Experten des Kompetenzzentrums Oberflächentechnik von TÜV Rheinland LGA in Nürnberg gemeinsam mit den Kölner Fachleuten für die Prüfung von Solarmodulen bei TÜV Rheinland entwickelt.

„Auf Dächern von landwirtschaftlichen Gebäuden kann die Ammoniakbelastung hoch sein, wenn die Photovoltaikmodule in der Nähe von Entlüftungsanlagen oder im Dach selbst integriert werden. Diese Belastung wird zum Problem, wenn sich durch hohe Feuchtigkeit Kondensat bildet. Genau diesen Fall simulieren wir“, so Jörg Althaus, verantwortlich für die Testverfahren im Kölner Solarprüfzentrum von TÜV Rheinland.

Das neue Verfahren wurde von einem Expertenteam aufgrund umfassender Testreihen in den vergangenen vier Monaten entwickelt. Es lehnt sich an bestehende Prüfnormen an, die beispielsweise für elektrische Anlagen, Korrosionsschutz von Beschichtungen und die Belastung von metallischen Oberflächen mit Schwefeldioxid bestehen (insbesondere ISO 12944, ISO 3231, ISO 6988 sowie DIN 50018). In einem 20 Tage dauernden Prüfzyklus werden bei TÜV Rheinland die Module einer extremen Belastung von 6.667 ppm NH3 ausgesetzt, jeweils im Wechsel bei 40 Grad Celsius und 100 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit sowie 23 Grad Celsius und 75 Prozent relativer Feuchte. „Nur diese extreme Belastung könnte für Module auf Dauer kritisch werden“, so Althaus. Überprüft wird das Leistungsverhalten ebenso wie das Verhalten der verschiedenen Materialien, Isolation und Sicherheitsmerkmale.

Rund 80 Prozent aller Hersteller von Solarmodulen lassen weltweit ihre Produkte bei TÜV Rheinland testen, um internationale Marktzulassungen zu erhalten. TÜV Rheinland unterhält sechs Labore zur Prüfung von Solarmodulen und -systemen, in denen 180 Experten arbeiten. In den Prüfzentren in China, Deutschland, Japan, Taiwan und den USA werden die Testverfahren ständig im Hinblick auf neue technische Entwicklungen, neue rechtliche Rahmenbedingungen oder Markterfordernisse optimiert. Mit dem neuen Prüfzeichen „ Ammonia Resistance Tested“ haben Hersteller und Investoren Sicherheit auch im Hinblick auf extreme Umweltbelastungen, denen die Module in der Landwirtschaft in einzelnen Fällen ausgesetzt sind.

Quelle: TÜV Rheinland

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