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Berlin, 28. Januar 2011, Bis 2050 lässt sich unsere Stromversorgung komplett auf Wind, Sonne und Biomasse umstellen. Allerdings muss die Förderung der erneuerbaren Energien den veränderten Marktbedingungen angepasst werden. Außerdem sind moderne Stromnetze und Speicher nötig. Das sind zentrale Ergebnisse des Sondergutachtens, das der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) Bundesumweltminister Norbert Röttgen in Berlin überreichte.

 

Diese Aussagen bestätigen den Kurs der Bundesregierung. Sie hat in ihrem Energiekonzept im September letzten Jahres ebenfalls eine fast vollständige Umstellung (80 Prozent) auf erneuerbare Energien beschlossen.

 

Förderung wird angepasst

 

Das regenerative Zeitalter ist allerdings nur durch weitere Förderung der erneuerbaren Energien erreichbar. Seit 1991 wird zum Beispiel Strom aus erneuerbarer Energie vorrangig ins Netz eingespeist und zu festen Sätzen vergütet. Das regelt ein Gesetz, das im Laufe der letzten 20 Jahre stetig weiterentwickelt wurde.

 

Das Energiekonzept sieht eine weitere Anpassung der Förderung vor. Dabei sollen die erneuerbaren Energien schrittweise und zügig an den Markt geführt werden. Eine erste Novelle wird es voraussichtlich zum Juli 2011 geben, um die Verzerrungen in der Solarförderung abzubauen. Eine weitere Reform ist zu Jahresbeginn 2012 vorgesehen.

 

Energieeffizienz als Energiequelle

 

Energieeffizienz ist ein entscheidender Faktor hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung. Der SRU schlägt ein absolutes Verbrauchsziel für die Stromkunden vor. Die Bundesregierung setzt unter anderem auf anspruchsvolle Energiestandards für Gebäude und eine verbesserte Verbraucherinformation. Außerdem sollen etwa Energiemanagementsysteme und hocheffiziente Technologien Mittelstand und Industrie helfen, Strom in der Produktion einzusparen.

 

Speicher und Netze modernisieren

 

Strom aus erneuerbaren Energien, der dezentral oder in großen Windparks fernab der Verbrauchszentren erzeugt wird, muss transportiert werden. Hierfür bedarf es moderner Netze und neuer Leitungen etwa für den Nord-Süd-Transport. Der SRU schlägt vor, einen Bundesfachplan zur hochstufigen Bedarfsfestlegung, Trassenkorridorfestlegung und für die Debatte von Alternativen aufzustellen. Die Bundesregierung bereitet einen zehnjährigen Netzausbauplan vor, der zwischen den Netzbetreibern zu koordinieren und jährlich vorzulegen ist.

 

Das Energiekonzept formuliert darüber hinaus weitere Instrumente:

  • die Schaffung der Rahmenbedingungen für ein Offshore-Netz in der Nordsee und eine beschleunigte Netzanbindung der Offshore-Windparks;
  • verbesserte Rahmenbedingungen für den Ausbau der Speicherkapazitäten; intensivere Erforschung neuer Speichertechnologien;
  • für intelligente Netze ("smart grids"), mit denen Stromangebot und Stromnachfrage besser abgestimmt werden kann, werden die rechtlichen Voraussetzungen für die Einführung intelligenter Zähler ("smart metering") geschaffen,
  • weitere Vereinfachung und Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Darüber hinaus sind Netze und Speicher auch Bereiche, die im neuen Energieforschungsprogramm der Bundesregierung 2011 behandelt werden sollen.

 

Europäische Vernetzung

 

Der Sachverständigenrat empfiehlt, die Netzplanung im Nordseeraum staatenübergreifend abzustimmen und die skandinavischen Speicherpotenziale in die Planung einzubeziehen.

 

Die Bundesregierung will sich nicht nur auf europäischer Ebene für den Auf- beziehungsweise Ausbau eines europaweiten Netzverbundes einsetzen. Gemeinsame technische Standards sind nötig. Das Energiekonzept sieht auch bilaterale Gespräche mit Norwegen und den Alpenländern vor. Ziel ist eine langfristige Kooperation vor allem bei der Speicherung und Nutzung von Speicherkapazitäten.

Quelle: Bundesregierung

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